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Auch Fuchs konnte an der Niederlage nichts ändern © APA (dpa)

Pfiffe statt Jubel, Frust statt Leichtigkeit - die Fans des FSV Mainz 05 gehen nach einem schwachen Auftritt und der dritten

Pfiffe statt Jubel, Frust statt Leichtigkeit - die Fans des FSV Mainz 05 gehen nach einem schwachen Auftritt und der dritten Niederlage in Folge in der deutschen Fußball-Bundesliga auf Distanz. "Willkommen in der Wirklichkeit", sagte Trainer Thomas Tuchel mit ironischem Unterton nach dem 0:1 gegen Hannover 96.

"Aber es ist jetzt nicht angebracht, einen Keil zwischen Mannschaft und Publikum zu treiben. Die Erwartungshaltung haben wir selbst hochgeschraubt. Wir haben weiter das Selbstverständnis, das Publikum zu begeistern. Heute hat das nicht geklappt", gestand der 37-Jährige.

Torhüter Christian Wetklo, dem der Einheitsball "Torfabrik" beim Siegtreffer von Sergio Pinto mit einem überraschenden Flugbahnwechsel ein Schnippchen schlug, wähnte sich am Samstag gar im falschen Film. "Fantastische Stimmung. In zehneinhalb Jahren habe ich noch nie im eigenen Stadion ein Auswärtsspiel erlebt", grantelte der Keeper, der sein Team als Opfer der eigenen Erfolge sieht. "Wir sind immer noch Mainz 05. Wir sind da, wo wir hingehören."

Meilenweit sei sein Team vom "Matchplan" entfernt gewesen. "Es fehlen Vertrauen, Frische und Handlungsschnelligkeit. Wir brauchen dringend wieder einen Treffer", meinte Tuchel nach nun 290 torlosen Minuten. Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit hat der Trainer aber nicht. "Wir dürfen aber die Ansprüche nicht so hoch schrauben. Zu viele Spieler machen sich zu viele Gedanken. Die Gefährlichkeit liegt darin, dass es so weiter geht", warnte Andreas Ivanschitz, der noch zu den besten Mainzern zählte und so wie Christian Fuchs durchspielte.

Der Ex-Mattersburger hat für die Negativserie seines Clubs keine schlüssige Erklärung parat. "Wir geben alles, kämpfen bis zum Umfallen, aber im Unterschied zu früher werden wir dafür nicht belohnt. Wenn's nicht läuft, dann läuft's nicht. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Ich bin sicher, dass wir danach wieder befreiter spielen werden."

Ein Grund für die jüngsten Niederlagen könnte das Formtief der Jungstars Andre Schürrle und Lewis Holtby sein, die vor wenigen Tagen erstmals ins Nationalteam einberufen wurden. "Sie haben sich die Einladung verdient, auch wenn sie in den letzten drei Spielen nicht an die Leistungen der ersten Partien anknüpfen konnten", meinte Manager Christian Heidel, der Holtby - "zum eigenen Schutz" - erst einmal ein Interviewverbot verpasst hat.

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