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Jubel bei den Veilchen © APA (Neubauer)

In unterschiedlicher Verfassung haben sich am Samstag die Wiener Clubs in der Fußball-Bundesliga präsentiert. Während die

In unterschiedlicher Verfassung haben sich am Samstag die Wiener Clubs in der Fußball-Bundesliga präsentiert. Während die Austria beim 5:1-Heimsieg über den Kapfenberger SV groß aufspielte, musste sich Rapid auswärts gegen Abstiegskandidat SV Mattersburg trotz Überzahl mit einem 2:2 begnügen.

Damit vergrößerten die drittplatzierten "Veilchen" den Vorsprung auf den Erzrivalen auf fünf Punkte, und das noch dazu mit einer vor allem im Finish beeindruckenden Leistung. "Das Resultat zeigt unsere heutige Überlegenheit, obwohl lange Zeit der Ausgleich möglich war. Die Mannschaft hat meine Philosophie von Kombinationsfußball umgesetzt", jubelte Trainer Karl Daxbacher und wies stolz darauf hin, dass bei seiner Mannschaft elf Österreicher in der Startformation standen.

Zlatko Junuzovic sprach nach dem Schlusspfiff von Spaßfußball. "Wir haben Freude am Kicken, die Harmonie und die Stimmung sind bei uns gut. Wir haben Selbstvertrauen und auch Qualität", sagte der ÖFB-Internationale. Seinem Club- und Nationalteam-Kollegen Aleksandar Dragovic, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, liegt angeblich ein Auslands-Aufgebot vor. Eine Entscheidung über die Zukunft des Innenverteidigers soll laut Sportvorstand Thomas Parits noch im Winter fallen, vorerst jubelte der 19-Jährige noch über den klaren Erfolg. "Wir waren mindestens um eine Klasse besser."

Dies konnte Rapid in Mattersburg nicht von sich behaupten. Gegen die numerisch dezimierten Burgenländer reichte es nur zu einem 2:2, und das auch nur, weil Atdhe Nuhiu mit seinem ersten Liga-Treffer für Rapid in der 92. Minute gerade noch eine blamable Niederlage verhinderte. "Ein Punkt ist eindeutig zu wenig", sagte der Stürmer, dessen Club als zumindest vorerst Sechster schon zehn Punkte hinter Spitzenreiter Ried liegt.

Auch für Trainer Peter Pacult war es nur ein schwacher Trost, dass Rapid seit nunmehr sieben Runden (zwei Siege, fünf Remis) ungeschlagen ist. "Das waren zwei verlorene Punkte", meinte der Wiener. Als besonders ärgerlich empfand der 51-Jährige die beiden Gegentore. "Beim 1:2 waren wir in Überzahl, standen aber zu weit vom Mann und ließen Bürger völlig allein, da war ich wirklich fuchsteufelswild."

Ein ähnlicher Gemütszustand machte sich bei den Mattersburgern breit, allerdings aus einem anderen Grund. Schiedsrichter Rene Eisner hatte Doppeltorschütze Patrick Bürger in der 79. Minute vom Platz gestellt, weil der SVM-Stürmer in der Euphorie über sein 2:1 auf die Tribüne gehüpft war. "Auch wenn es regelkonform war: Man muss doch Verständnis haben, was für ihn zwei Tore gegen Rapid bedeuten und auf die zweite Gelbe verzichten", erklärte Coach Franz Lederer.

Mattersburg-Obmann Martin Pucher brachte der Ausschluss des achtfachen Saisontorschützen zur Weißglut. Der frühere Bundesliga-Präsident stellte Eisner unmittelbar nach dem Schlusspfiff lautstark zur Rede. "Ich bin seit 22 Jahren Funktionär, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Und ich bin seit 50 Jahren Rapid-Fan, aber dass im Hanappi-Stadion ein Rapidler ausgeschlossen wird, weil er beim Torjubel auf die Westtribüne springt, ist undenkbar. Es wurde mit zweierlei Maß gemessen", schimpfte Pucher und legte nach: "Uns hat man zwei Punkte gestohlen."

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