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Vierte Amtszeit als Rapid-Präsident © APA (Neubauer)

Rudolf Edlinger ist am späten Montagabend als Präsident von Rapid wiedergewählt worden. Der Ex-Finanzminister erhielt im

Rudolf Edlinger ist am späten Montagabend als Präsident von Rapid wiedergewählt worden. Der Ex-Finanzminister erhielt im Rahmen der Ordentlichen Hauptversammlung in der Wiener Stadthalle eine klare Mehrheit und startet damit in seine vierte Amtszeit.

Mit dem seit 2001 amtierenden Edlinger, für den es keinen Gegenkandidaten gab, wurden auch die restlichen Präsidiumsmitglieder bestätigt, neu ins Führungsgremium gewählt wurde der Autohändler Josef Kamper. Auch die Vorschläge für den Vorstand und das Kuratorium wurden klar angenommen.

Edlinger kündigte angesichts der aktuellen sportlichen Misere an, dass im Winter "die eine oder andere Ergänzung" vorgenommen werden wird. Außerdem wird 2012 mit dem Bau einer neuen Akademie auf den ÖBB-Gründen unweit des Hanappi-Stadions begonnen, die 2014 fertiggestellt sein soll. Der Verein wird laut Edlinger weiterhin in Wien-Hütteldorf beheimatet sein, auch wenn das Hanappi-Stadion nicht mehr den höchsten infrastrukturellen Anforderungen entspricht.

Deswegen soll das Hanappi-Stadion renoviert und auf ein Fassungsvermögen von 25.000 Zuschauern erweitert werden. "Dazu wird auch der Verein einen Beitrag leisten müssen", kündigte Edlinger an.

Ansonsten halten sich die finanziellen Sorgen bei Rapid in Grenzen - im Moment, denn auch künftig geht der Verein pro Jahr ein Risiko von über zwei Millionen Euro ein, das durch Sondereinnahmen eingespielt werden muss. In den Saisonen 2007/08 und 2008/09 wurde jeweils ein Gewinn von 400.000 Euro erwirtschaftet, im vergangenen Spieljahr blieb ein Reinerlös von 4,1 Millionen Euro in der Kassa, weshalb das "negative Eigenkapital" von über vier Mio. Euro vom 30. Juni 2007 beseitigt ist.

Dennoch zeigten sich viele der knapp 1.000 erschienen Mitglieder mit den wirtschaftlichen Aktivitäten des Vereins in der vergangenen Periode nicht zufrieden. In teilweise emotionalen Diskussionen wurde kritisiert, dass etwa für Spielerkäufe in der Saison 2009/10 3,8 Mio. Euro verbucht wurden.

Sportdirektor Hörtnagl erklärte dies mit dem Erwerb von Hamdi Salihi, Nikica Jelavic, Atdhe Nuhiu, Ragnvald Soma und teilweise noch von Stefan Maierhofer, mit Manager-Provisionen sowie vertraglich verpflichtenden Zahlungen an dritte Clubs. Als Netto-Erlös aus Transfers kassierte Rapid in den vergangenen drei Jahren trotz der Abgänge von Ümit Korkmaz, Erwin Hoffer, Stefan Maierhofer und Nikica Jelavic nur 4,9 Mio. Euro.

Stein des Anstoßes waren auch 5,1 Mio. Euro an Ausgaben für das Europacup-Spieljahr 2009/10, wodurch Rapid von diesem Posten nur zwei Millionen Euro übrig blieben. Laut Manager Werner Kuhn war dies die Folge unter anderem von Mehrausgaben bei Reisekosten, Security und Spielerprämien.

Im Rahmen der Hauptversammlung wurde auch bekannt, dass Rapid noch länger auf Steffen Hofmann verzichten muss. Der Kapitän laboriert an einer durch eine Schambeinentzündung ausgelösten Adduktorenverletzung und kann frühestens in einer Woche mit dem Lauftraining beginnen. "Für das Derby (Anm.: am 28. November im Horr-Stadion gegen die Austria) wird es sich eher nicht ausgehen", meinte der Deutsche.

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