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Niederländische Beine besonders unter der ÖFB-Lupe © APA (epa)

Didi Constantini lässt am Mittwoch drei der fünf Gegner in der EM-Qualifikation und den WM-Zweiten Niederlande, ersten

Didi Constantini lässt am Mittwoch drei der fünf Gegner in der EM-Qualifikation und den WM-Zweiten Niederlande, ersten Sparringpartner 2011, von seinen Spionen beobachten. Thomas Janeschitz sieht den Deutschen in Göteborg gegen Schweden auf die Beine, Manfred Kern nimmt in Russland Belgien unter die Lupe und Willi Ruttensteiner und Hermann Stadler sitzen in Amsterdam bei Niederlande - Türkei.

Österreich trifft am 9. Februar in Eindhoven auf den gastgebenden Vizeweltmeister. "Bondscoach" Bert van Marwijk hat für die letzte Partie des Jahres seinen Schwiegersohn Mark van Bommel trotz dessen jüngster Verletzung und trotz guter Ratschläge des FC Bayern in seinen Oranje-Kader einberufen. Der Münchner Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge hatte Van Bommel, der erst kürzlich von einem Länderspiel angeschlagen zurückkehrt war, von einem Einsatz abgeraten. Die Beziehungen mit dem niederländischen Verband sind durch die WM-Blessur Arjen Robbens ohnehin extrem angespannt.

Erstmals seit dem WM-Endspiel ist wieder Robin van Persie im Aufgebot. Der Arsenal-Stürmer war wegen einer Knöchelverletzung außer Gefecht. "Ich habe mit Mark und Robin gesprochen, beide haben mir versichert, dass sie fit sind", sagte Van Marwijk, der mit Boulahrouz (VfB Stuttgart), Emanuelson und De Zeeuw (beide Ajax Amsterdam) drei verletzungsbedingte Absagen erhalten hat. Ebenfalls nicht dabei ist Nigel de Jong (ManCity), der im Oktober dem Newcastle-Spieler Hatem Ben Arfa das Schien- und Wadenbein gebrochen hat. Er soll erst wieder im Frühjahr einberufen werden. Erstmals nominiert wurde Royston Drenthe, der Real Madrid gehört und an Hercules Alicante verliehen ist.

Der deutsche Teamchef Joachim Löw gibt vor dem Jahreskehraus offen zu: "Ich bin bereit, in Testspielen auch ein sehr hohes Risiko einzugehen." Der frühere Innsbruck- und Austria-Coach machte damit allen vier Neulingen im Kader - Schmelzer, Götze (beide Dortmund), Holtby, Schürrle (beide Mainz) - Hoffnungen auf ihr Debüt für den WM-Dritten. Die Schweden treten ohne Star Zlatan Ibrahimovic an, der sich derzeit "vollkommen erschöpft" fühlt. "Wenn es ein Pflichtspiel gewesen wäre, hätte er gespielt," sagte Teamchef Erik Hamren.

Auf dem Mittwoch-Programm stehen einige weitere "Kracher" wie Portugal gegen Weltmeister Spanien (Vicente del Bosque nominierte 21 seiner 23 WM-Kaderspieler), Brasilien gegen Argentinien, wobei die "Gauchos" den ersten Sieg seit Juni 2005 (3:1) oder fünf Treffen (0-1-4) hoffen, und England gegen Frankreich. Die letztere Begegnung ist das 39. Duell (Bilanz: 23-6-9/Tore 129:41). Die beiden WM-Versager geben im letzten Länderspiel des Jahres Talenten eine Chance. Zum Umbau der Mannschaft kommen Verletzungen, Sperren und Rücktritte dazu.

"Unser Wiederaufbau wird enorm lange dauern, weil wir viele junge Spieler haben, vor allem im Sturm," bat Tricolore-Teamchef Laurent Blanc um Geduld. England sei seinem Team derzeit im Kollektiv und individuell weit voraus, Frankreich habe keine großen Spieler mehr, sagte der 44-jährige Domenech-Nachfolger, der dennoch hofft: "Für unser Ego wäre ein Sieg schon toll." Die Jungen wie Remy (23), Benzema (22), Nasri (23.) und M'Vila (20) werden alles versuchen.

Englands italienischer Teamchef Fabio Capello hat Rooney, Terry, A. Cole und Lampard nicht zur Verfügung, dafür die Neulinge Carroll (Newcastle), Smalling (ManUnited), Henderson (Sunderland) und Borthroyd (Cardiff City) einberufen. "Frankreich wird unser härtestes Länderspiel seit der WM in Südafrika", ist sich Capello sicher.

Zurück zu den Österreich-Gegnern. Von diesen wird nur Aserbaidschan in Podgorica gegen Montenegro nicht beobachtet. Die Kasachen sind spielfrei. Am Mittwoch tritt die Alpenrepublik auch als Gastgeber auf. In der Klagenfurter EM-Arena (20.30 Uhr) testen der vierfache Weltmeister Italien und Rumänien.

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