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Bravo, Marko Arnautovic! © APA (Archiv/Fohringer)

Nicht einmal acht Monate ist es her, dass Österreichs Rekord-Teamspieler Andreas Herzog seinen damaligen U21-Schützling Marko

Nicht einmal acht Monate ist es her, dass Österreichs Rekord-Teamspieler Andreas Herzog seinen damaligen U21-Schützling Marko Arnautovic als "besten österreichischen Fußballer der letzten 30 Jahre" bezeichnet hat. Seither fiel der hochgelobte Offensivspieler bei Werder Bremen mehr durch Eskapaden als durch sportliche Leistung auf, was aber an Herzogs Meinung über Arnautovic nichts geändert hat.

"Ich stehe nach wie vor zu meiner Aussage. Es liegt an ihm, sein Talent auszureizen, aber vom Potenzial her ist er der Beste, der in Österreich in den letzten 30, 40 Jahren herumgelaufen ist. Da werden sie auch noch in Bremen draufkommen", prophezeite Herzog.

Dass Arnautovic bei den Hanseaten derzeit im Abseits steht, kann der U21-Teamchef nicht ganz verstehen. "Momentan kann er seine Qualität nicht bringen, weil er nicht spielt. Von seiner Qualität her müsste er aber spielen." Entscheidend sei die Cup-Niederlage von Werder gegen die Bayern gewesen, in der Arnautovic zwar ein gutes Spiel machte, allerdings auch zwei Sitzer ausließ. "Wenn er diese zwei Chancen gemacht hätte, wäre er der Held gewesen, jetzt ist er der Buhmann."

Diesen Status hat sich der 21-Jährige allerdings auch selbst zuzuschreiben, wie Herzog betonte. "Er wird von den Medien in ein schlechtes Licht gerückt. Daran ist er zum Teil selbst schuld. Er muss lernen, mit Kritik umgehen zu können und nicht ins Fettnäpfchen zu treten", meinte der Wiener etwa in Anspielung auf den "Saftladen"-Sager von Arnautovic.

Dass der frühere Inter-Mailand- und Twente-Kicker in Deutschland so schnell die mediale Aufmerksamkeit auf sich zog, wundert Herzog nicht. "Ich kenne die Medien in Deutschland. Die suchen solche Typen, die polarisieren. Er gibt ihnen leider auch öfters einen Anlass, dass er eine drüber kriegt, deswegen muss er solche Ausrutscher vermeiden", sagte der 42-Jährige über jenen Spieler, den Star-Trainer Jose Mourinho bei Inter als "fantastischen Kerl" einschätzte, der jedoch "die Einstellung eines Kindes" habe.

Arnautovic lässt sich laut Herzog nicht in eine Schablone pressen. "Ihn kann man nicht mit Gewalt auf Kurs bringen. Wenn, dann kann man nur viel Überzeugungsarbeit leisten, und das passiert in Bremen." Mit guten Leistungen wurde dies den Norddeutschen bisher nur relativ selten gedankt. "Im Moment stimmt bei ihm das Selbstvertrauen nicht. Er hat nicht mehr den Mut zu Dribblings, den er haben müsste", vermutete Herzog.

Dennoch ist der 103-fache ÖFB-Internationale überzeugt, dass die Bremer mit Arnautovic noch viel Freude haben werden. "Wenn sie oben mitspielen wollen, brauchen sie Kicker, die außergewöhnliche Dinge machen können, und das kann Marko", erklärte Herzog, der am Mittwoch mit der neu formierten U21-Auswahl ein Testspiel in Newport gegen Wales absolvierte.

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