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Der Argentinier avancierte zum Matchwinner © APA (epa)

Fußball-Star Lionel Messi hat am Länderspiel-Mittwoch doppelten Grund zur Freude gehabt. Der kleine Argentinier mit dem großen

Fußball-Star Lionel Messi hat am Länderspiel-Mittwoch doppelten Grund zur Freude gehabt. Der kleine Argentinier mit dem großen Können feierte mit dem A-Team seinen ersten Sieg über Rekordweltmeister Brasilien und besorgte den einzigen Treffer zum 1:0 in Doha selbst. Bisher hatte der Weltfußballer "nur" mit dem Olympia-Team 2008 in Peking den ewigen Rivalen geschlagen.

Als in Katar, wo mit dem Gigantenduell Werbung für die WM-Kandidatur 2022 betrieben wurde, schon alles mit einer Nullnummer gerechnet hat, schlug Messi zu. Der Dribblanski stellte dabei wieder einmal seine Extraklasse unter Beweis. Umringt von vier Gegnern schloss Messi ein Solo mit einem Flachschuss erfolgreich zum Last-Minute-Tor ab. "Es ist eine Erleichterung, gegen Brasilien zu gewinnen. Wir haben dieses Resultat gebraucht. Es war schon Zeit", meinte der Matchwinner.

Der 23-Jährige beendete damit die kurze Erfolgsserie der "Selecao" unter dem neuen Teamchef Mano Menezes mit drei Siegen ohne Gegentor. Nach dem 90. Vergleich mit der "Selecao" ging die "Albiceleste" mit 34:33 Siegen in Führung. Es war der erste Erfolg der "Gauchos" über Brasilien seit 2005. Sergio Batista, der vor kurzem als Nachfolger Diego Maradonas bestätigt worden war, dürfte dieser Prestigesieg viel Sympathien in der Heimat einbringen.

Batista war nach der Partie im Khalifa-Stadion natürlich voll des Lobes über seinen Superstar. "Messi bedeutet alles für das Team. Das hat er in den jüngsten Spielen gezeigt. Wir müssen immer etwas von ihm erwarten bis zur letzten Minute." Die Zeitung "La Nacion" kommentierte nach dem ersten Erfolg Argentiniens über Brasilien nach sechs Spielen am Donnerstag: "Auf den letzten Drücker: Messi ließ die Auswahl strahlen vor Glück."

Das traf auch auf den Maradona-Nachfolger Batista zu: "Gegen Brasilien zu gewinnen, das passiert nicht alle Tage. Dieser Triumph gibt uns Selbstvertrauen." Selbst die brasilianische Sportzeitung "Lance" schrieb nach dem Klassiker anerkennend: "Messi besiegt Brasilien." Dabei bestimmten die Brasilianer über weite Strecken die Partie, was vor allem dem seit 18 Monaten erstmals wieder eingesetzten Ronaldinho zu verdanken war. Der Milan-Star hatte mit einem Fersler, Dani Alves mit einem Lattenschuss Pech.

Mano Menezes, der nach der WM in die Fußstapfen Carlos Dungas trat, hatte für den einzigen Treffer des Spiels nur ein Kopfschütteln über. "Man kassiert kein Tor zu diesem Zeitpunkt." Allerdings sah er auch keinen Grund zur Unruhe. "Das Ergebnis war nicht gerechtfertigt", bilanzierte der 48-Jährige. Ein Remis hätte den Spielverlauf seiner Ansicht nach in der letzten Partie des Jahres besser wiedergegeben.

Frankreich, im Februar in Paris nächster Gegner der Brasilianer, gab im Duell der WM-Versager mit dem 2:1 in Wembley gegen England ein kräftiges Lebenszeichen. Das knappe Resultat gab das wahre Kräfteverhältnis nicht wider. Die "Blues" spielten das verjüngte englische Team an die Wand. Die Gäste zeigten dabei ebenso Selbstvertrauen wie Kombinationsfußball. "An so ein Spiel erinnert man sich noch viele Jahre. Wir machen Fortschritte," meinte Torhüter Hugo Lloris, dessen Teamchef Laurent Blanc sagte: "Am meisten hat mir unser Spiel gefallen."

Sein Widerpart Fabio Capello wurde hingegen von der britischen Presse unter Beschuss genommen. "Wenn das die Zukunft ist - Himmel hilf. Der-Sechs-Millionen-Pfund-im-Jahr-Italiener schaute ahnungslos zu, während Frankreich durch Wembley marschiert" (The Sun), "vom Feld durch Gegner gefegt und vom Feld durch die Fans gebuht" (Guardian) lauteten die Überschriften. Der Angegriffene verteidigte sich so: "Es war wichtig für die Zukunft, dass einige der jungen Spieler gegen ein richtig gutes Teams gespielt haben."

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