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Deutschland kam in Schweden nur zu einem 0:0 © APA (epa)

Von den Gegnern Österreichs in der EM-Qualifikation haben am Mittwochabend nur die Belgier einen erfolgreichen Fußballtest

Von den Gegnern Österreichs in der EM-Qualifikation haben am Mittwochabend nur die Belgier einen erfolgreichen Fußballtest absolviert. Die "Roten Teufel", denen das ÖFB-Team zuletzt in Brüssel ein 4:4 abgerungen hat, feierten vor den Augen von Constantini-Spion Manfred Kern in Woronesch gegen Russland, den EM-Halbfinalisten von 2008, einen beachtlichen 2:0 (1:0)-Erfolg.

Das Remis von Arnautovic und Co. am 12. Oktober hat damit im Nachhinein eine Aufwertung erfahren. Hatte Romelu Lukaku damals mit seiner Einwechslung in der 73. Minute viel frischen Wind ins turbulente Finish gebracht, so gelang dem Youngster diesmal ein Doppelpack. Dem ersten Länderspieltor des 17-jährigen Stürmers vom RSC Anderlecht war ein Patzer von Torhüter Igor Akinfejew vorausgegangen. Für den Niederländer Dick Advocaat war es eine besonders bittere Niederlage. Er hatte Belgien als Teamchef im Frühling den Rücken gekehrt, um den Posten in Russland zu übernehmen.

Ein tristes Spiel sah ÖFB-Beobachter Thomas Janeschitz in Göteborg, wo Deutschland mit einer jungen Mannschaft gegen Schweden das Jahr ausklingen ließ. Trotz der Nullnummer zog Joachim Löw zufrieden 2010er-Bilanz. "Es war ein fantastisches Jahr. Die fußballerische Entwicklung war groß. Wir haben in vielen Spielen Qualitätsfußball Made in Germany gezeigt", meinte der Schwabe nach zwölf Siegen, zwei Remis und drei Niederlagen.

Besonders froh ist der frühere Austria- und Innsbruck-Trainer über den nahtlosen Übergang vom dritten WM-Platz zur Führung in der Österreich-Gruppe A zur EM-Qualifikation. Die Zukunft seiner Truppe sieht er rosig. Dabei spielt auch der verletzte Kapitän Michael Ballack durchaus ein Rolle. "Ich traue ihm schon zu, dass er zurückkommt," sagte Löw. Das nächste Länderspiel bestreiten die Deutschen am 9. Februar in Dortmund gegen Ex-Weltmeister Italien.

Während Kasachstan spielfrei war, kassierte von den Österreich-Gegnern im Wettlauf zur EM-Endrunde nach Polen und die Ukraine neben Aserbaidschan (0:2 in Montenegro) auch die Türken eine Niederlage. Beim 0:1 (Tor: Huntelaar/52.) in Amsterdam gegen Vizeweltmeister Niederlande saßen mit Willi Ruttensteiner und Hermann Stadler gleich zwei rot-weiß-rote Kiebitze auf der Tribüne. Die Oranjes sind nämlich am 9. Februar in Eindhoven erster österreichischer Kontrahent im neuen Jahr.

Der WM-Zweite holte mit minimalem Aufwand das Maximale heraus. Und er hatte letztlich auch Glück, dass der eingebürgerte Türke Colin Kazim-Richards eine Viertelstunde vor dem Ende nicht ins leere Gehäuse der Niederländer traf. Die "Elftal", in deren Reihen Robin van Persie ein Team-Comeback nach dem WM-Turnier gab, ist seit 6. September 2008 (1:2 Australien) ohne Niederlage in der regulären Spielzeit.

"Die Neuen in der türkischen Elf stellten uns mit ihrem Enthusiasmus vor einige Probleme", resümierte Teamchef Bert van Marwijk, dessen Landsmann und Kollege Guus Hiddink zu dem Schluss kam: "0:1 gegen den WM-Zweiten zu verlieren ist keine Schande. Wir haben viel gelernt." Die Türken hatten zwölf Neue im Kader und nur zwei Tage Zeit zum gemeinsam Training, aber letztlich bekam der Teamchef einen guten Überblick über neue Kandidaten.

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