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Benitez fühlt sich vom Verein noch gut unterstützt © APA (epa)

Die CL-Partie gegen Twente Enschede wird für Inter Mailands Trainer Rafael Benitez zum Schicksalsspiel. Noch eine Niederlage und

Die CL-Partie gegen Twente Enschede wird für Inter Mailands Trainer Rafael Benitez zum Schicksalsspiel. Noch eine Niederlage und der glücklose Nachfolger von Triple-Sieger Jose Mourinho wird wohl gefeuert. "Bis Mittwoch machen wir so weiter", sagte Inter-Präsident Massimo Moratti nach der 1:2-Pleite der Mailänder am Sonntag bei Chievo Verona. Fans und Medien verstehen dies als Ultimatum.

Der Titelverteidiger ist in der Serie A auf Platz sechs abgestürzt und hat schon neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter AC Milan. So schlecht stand Inter seit sechs Jahren nicht mehr da. Nach fünf Spielen ohne Sieg ist der in der vergangenen Saison noch schier unschlagbare Meister nur noch ein Schatten seiner selbst. Ex-Coach Mourinho kann den Absturz kaum fassen. "Was, er hat wieder verloren - unglaublich!", kommentierte der Portugiese die Talfahrt seines Ex-Clubs - ob mitleidig oder schadenfroh sei dahingestellt.

Benitez gibt aber noch nicht auf. "Ich spüre, dass man mir hundertprozentig vertraut", meinte der Spanier und sorgte damit bei den Reportern in Mailand für Verwunderung. Die Verunsicherung und die Zweifel am Trainer sind bei Inter deutlich zu spüren, auch wenn Benitez vor der Partie gegen den Janko-Club aus den Niederlanden Durchhalteparolen bemüht: "Wir schlagen jetzt Twente und dann ändert sich alles. Ich glaube noch an den Meistertitel."

Die Schuld an der Misere trägt der 50-Jährige sicher nicht allein. Eine nicht enden wollende Verletzungsserie wirft Inter immer wieder zurück. Club-Boss Morratti bemängelte allerdings zu recht die Einstellung der Profis in entscheidenden Spielen wie dem Derby vor zwei Wochen gegen Milan, das Inter auch prompt verlor. Dass der Coach seit Wochen Verstärkungen fordert und den Erfolg scheinbar von Neuzugängen abhängig machen will, stößt Moratti ebenfalls übel auf.

Die Namen möglicher Nachfolger für Benitez werden in Mailand bereits seit Tagen offen gehandelt. An der Gerüchtebörse liegen derzeit Ex-Milan-Coach Leonardo, Englands Teamchef Fabio Capello, der frühere AS Roma-Trainer Luciano Spalletti und Ex-Inter-Spieler Diego Simeone ganz vorne.

Blättert Benitez in diesen Tagen durch Italiens Sportgazetten muss er sich schon wie ein Auslaufmodell vorkommen. Und als sei dies nicht schon ärgerlich genug, musste er sich am Montag auch noch den Ausraster seines bisher zuverlässigsten Stürmers Samuel Eto'o in Großformat anschauen. Der Kameruner attackierte Chievos Verteidiger Bostjan Cesar in der 37. Minute mit einem Kopfstoß - so wie Frankreichs Star Zinedine Zidane im WM-Finale 2006 den Italiener Marco Materazzi. Der Schiedsrichter übersah die Aktion im Spiel, der TV-Beweis aber wird Eto'o zweifellos überführen und eine Sperre nach sich ziehen.

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