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Walchhofer noch nicht in "Überform" © APA (Hochmuth)

Nach Mario Scheiber hat mit Michael Walchhofer ein weiterer ÖSV-Speedstar rechtzeitig zum Saisonstart einen neuen Kopfsponsor

Nach Mario Scheiber hat mit Michael Walchhofer ein weiterer ÖSV-Speedstar rechtzeitig zum Saisonstart einen neuen Kopfsponsor präsentiert. Der Salzburger wird mit dem Logo des liechtensteinschen Finanzdienstleisters Money Service Group (MSG) in seine letzte Saison gehen. Das Unternehmen ist schon länger im alpinen Skisport aktiv und unterstützt seit diesem Jahr auch das Formel-1-Team Toro Rosso.

Walchhofer geht aufgrund diverser Probleme wie einem heftigen Sturz im Sommertraining aber nicht optimal vorbereitet in seine "definitiv letzte" Saison. Vor allem hat der 35-jährige Routinier deutlich weniger Skitage in den Beinen als in den vergangenen Jahren. "Da war ich jeweils so super drauf, dass ich es kaum erwarten konnte, das es endlich los geht. Dieses 'Problem' habe ich diesmal nicht", sagte Walchhofer wenige Tage vor dem Speed-Auftakt in Lake Louise. "Ich bin ganz sicher noch nicht in Überform."

Speziell im vergangenen Jahr hatte der Salzburger trotz Bombenform gleich in den ersten zwei Übersee-Rennen Pech (Schnallenbruch in Lake Louise, falscher Ski in Beaver Creek) gehabt. Am Ende war das ganze Abfahrtsteam inklusive Olympia sieglos geblieben.

Walchhofer ist aber zuversichtlich, dass sich das bald wieder ändert. Er werde nicht mehr so verbissen an die Sache herangehen wie in der Vorsaison, betonte er. Außerdem ist sein früherer Erfolgs-Servicemann Edi Unterberger (zuletzt bei Aksel Svindal) wieder zu ihm zurückgekehrt und präpariert Walchhofer die Ski.

Eine blumenreiche Abschiedstournee wolle er keinesfalls hinlegen, betonte Walchhofer in Kanada. Er sei auf Siege aus, wobei der - logische - Druck der öffentlichen Erwartungshaltung keine Rolle spielen dürfe. "Aber mit dem Fotoapparat werde ich wegen meiner letzten Saison nicht herumlaufen, Fotos habe ich schon früher gemacht", erklärte der Hotelier und Familienvater aus Altenmarkt-Zauchensee, der gerade per Fernstudium ein Business-Masters-Studium absolviert. "Ich will noch eine richtig geile Saison", betonte der Abfahrts-Weltmeister von 2003.

Dass auf den von ihm angeführten Abfahrern besonderer Erwartungsdruck liege, ist dem angehenden Akademiker natürlich bewusst. "Unsere Slalomfahrer waren vergangenen Winter extrem erfolgreich und trotzdem war eine Stimmung, als ob ganz Österreich nichts gerissen hätte, nur weil die Abfahrer sieglos geblieben sind", wunderte sich der einstige Slalomfahrer selbst. Er selbst habe im Super-G sogar seine erfolgreichste Saison überhaupt gehabt.

Stress mache ihm der Druck der "Wiedergutmachung" in der Abfahrt aber keinen. "Ich seh's vielmehr als Chance. Ich will die anderen natürlich herbrennen. Meine Gegner sind aber nicht spezielle Läufer, sondern der Berg und die Piste", erklärte der Sieger von 15 Weltcuprennen (11 Abfahrten).

Bezüglich Abschiedsvorstellung beim letztem Weltcup-Rennen habe er sich zwar schon so seine Gedanken gemacht, das sei aber noch Schnee von übermorgen. Immerhin peilt Walchhofer seine vierte Abfahrtskugel an und steht dabei in unmittelbarer Konkurrenz mit dem um noch ein Jahr älteren Schweizer Didier Cuche. "Kann also gut sein, dass es im letzten Rennen noch um viel geht und wir uns keine Späße erlauben können", konzentriert sich Walchhofer vorerst ganz auf sportliche Erfolge.

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