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Janko will in Mailand Geschichte schreiben © APA (dpa)

Mark Janko, österreichischer Fußballer in Diensten von Twente Enschede, freut sich schon auf San Siro und Titelverteidiger

Mark Janko, österreichischer Fußballer in Diensten von Twente Enschede, freut sich schon auf San Siro und Titelverteidiger Inter Mailand. "Das ist ein tolles Stadion, da wurde schon oft Geschichte geschrieben," sagte der ÖFB-Teamkapitän, der sich im "Gruppen-Finale" der Champions League mit seinem ersten Tor in der "Eliteklasse" am liebsten selbst an der historischen Stätte verewigen möchte.

"Wir gehen davon aus, dass Tottenham in London gegen Werder Bremen gewinnt. Also müssen wir, um im Rennen um den zweiten Tabellenplatz zu bleiben, zumindest einen Punkt holen," nannte Janko am Dienstag vor dem Flug von Münster nach Mailand-Malpensa das Ziel des niederländischen Meisters. Der Stürmer glaubt, dass der Zeitpunkt für Zählbares günstig ist. Twente hat am 7. Dezember zum Kehraus die Spurs zu Gast, Inter muss nach Bremen.

Das Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORF 1) in Mailand wird nach Ansicht des Niederösterreichers ein sowohl taktisch, als auch spielerisch sehr interessantes Match. "Wir werden uns in den Gegner reinbeißen," verspricht der Stürmer und fügte lächelnd hinzu: "Aber nicht so wie Ajax-Stürmer Luis Suarez." Dieser hatte am Samstag in der Ehrendivision gegen PSV Eindhoven Vampir gespielt und einen Gegenspieler in die Halsgegend gebissen.

Auf die taktische Marschroute haben sich die Oranjes schon eingestellt. "Wir wissen, dass die Mailänder gegen uns nicht bedingungslos stürmen werden. Sie werden abwarten und uns kommen lassen. Wichtig wird sein, dass wir Samuel Eto'o in den Griff bekommen. Der spielt als einziger Inter-Akteur seit Wochen in Topform," warnte Janko vor dem Gegner, obwohl dieser mit Torhüter Cesar, Samuel, Maicon und Chivu mehr als eine halbe Abwehr und vorne Muntari und D. Milito ersetzen muss.

Während Twente Coach Michel Preud'homme, dem nur Linksverteidiger Tiendalli ausfällt, fest im Sattel sitzt, wackelt der Trainerstuhl seines Kollegen Rafael Benitez bedrohlich. "Nach den Niederlagen ist Unruhe im Club, das Ultimatum an Benitez sorgt für Nervosität," glaubt nicht nur Janko. Der Spanier hat nur die halbherzige Rückendeckung von Präsident Massimo Moratti und sieht sich mit Kritik durch die Medien konfrontiert. Da und dort hört man die Devise vom "Siegen oder Fliegen".

Dem Mourinho-Nachfolger wird vorgeworfen, er habe die Mannschaft im Kraftraum zerstört und völlig grundlos die defensive Grundformation, mit der der Portugiesen ganz Europa in Schach gehalten hat, verändert. Benitez sorgte aber dafür, dass Twente nicht extra motiviert werden muss. "Jetzt schlagen wir ganz einfach Twente und dann ist wieder alles gut," meinte der Spanier und rechnete mit der vorzeitigen Fixierung des Aufstiegs seiner "Nerazzurri" unter die letzten 16. Inter hat die jüngsten sechs CL-Heimspiele alle gewonnen.

Als klarer Favorit ziehen die Tottenham Hotspurs an der White Hart Lane gegen den gebeutelten SV Werder in den Kampf. Die Hanseaten müssen neben dem ÖFB-Legionär Marko Arnautovic (Adduktoren) auch auf Pizarro, Silvestre, Naldo, Borowski, Boenisch, Wesley und den gesperrten Kapitän Frings verzichten. Dafür flogen sechs Amateure und ein Junior im letzten Aufgebot mit nach London. "Der Reiz ist, dass in dieser Situation die meisten nicht allzu viel erwarten," meinte Trainer Thomas Schaaf.

Wer auf Werder setzt, könnte bei den englischen Buchmachern jedenfalls viel Geld machen. Bis zum Achtfachen des Einsatzes wird von den Wettbüros geboten. Sebastian Prödl rief seine Kameraden auf: "Es ist genug geredet worden. Wir müssen jetzt auf dem Platz als Mannschaft auftreten, jeder muss jedem helfen. Zuletzt hat sich jeder von den Fehlern des anderen verunsichern lassen. Wir müssen uns wehren, sind es dem Verein, den Fans und uns selbst schuldig, dass wir eine ordentliche Leistung abliefern," sagte der Steirer.

Werder muss unbedingt drei Punkte holen, um sich zumindest noch eine theoretische Chance zum Weiterkommen zu eröffnen. Zu den wenigen Optimisten, die an die Grünweißen noch glauben, zählt der Daheimgebliebene Arnautovic. "Tottenham ist nicht die beste Mannschaft. Jeder geht davon aus, dass wir drei Punkte holen. Ich auch," sagte der Wiener vorlaut der Zeitung "Weser Kurier".

In Gruppe C genügt Manchester United im britischen Duell mit Glasgow Rangers auswärts ein Punkt zum Aufstieg. ManU-Coach Alex Ferguson, der einst für die Rangers spielte (35 Tore in 66 Spielen), will in seiner Heimatstadt feiern. Die Schotten kämpfen noch um Platz zwei mit dem Valencia CF, der daheim gegen das punktlose Schlusslicht Bursaspor antritt. Im Pool B könnte Olympique Lyon mit einem Auswärtssieg über Verfolger FC Schalke 04 für das Achtelfinale buchen.

Benfica (in Tel Aviv gegen Salzburg-Bezwinger Hapoel) möchte da aber noch ein Wörtchen mitreden. Die Portugiesen sind nur einen Punkt hinter den Deutschen Dritte. Der FC Barcelona ist in Gruppe D unter Umständen vor dem Auftritt in Athen gegen Panathinaikos auch nur einen Zähler vom Abstieg entfernt. Sollte Verfolger FC Kopenhagen am frühen Abend in Kasan siegen, wäre für Lionel Messi und Co schon vor dem Anpfiff alles klar.

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