vergrößernverkleinern
Van Gaal nach 2:0 zum 2:3: "Einfach unglaublich" © APA (epa)

Verloren und dennoch den ersten Platz in der Gruppe A fixiert. Das ist Bayern München am Dienstag in der Champions League

Verloren und dennoch den ersten Platz in der Gruppe A fixiert. Das ist Bayern München am Dienstag in der Champions League "passiert". Der deutsche Rekordmeister unterlag der AS Roma auswärts nach 2:0-Pausenführung noch 2:3 und sorgte nicht nur bei Trainer Louis van Gaal für Kopfschütteln. "Das ist einfach unglaublich. Diese Niederlage war nicht gut für unser Selbstvertrauen," so der Niederländer.

Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge sah es auf dem mitternächtlichen Bankett ähnlich. "Eine Niederlage ist nie etwas Gutes, hat nie etwas Positives, aber mit dieser kann der FC Bayern leben. Wir tun alle gut daran, auch gelassen mit dieser Niederlage umzugehen, weil wir uns als Gruppensieger qualifiziert haben," sagte der ehemalige Stürmer, nachdem die Bayern in ihrem 146. CL-Spiel erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung verjuxt hatten.

Die "Roten" zeigten im Stadio Olimpico zwei Gesichter. Der Dominanz mit zwei Toren innerhalb von sechs Minuten durch Mario Gomez ließen die Gäste nach dem Wechsel das Chaos folgen. "Wie schon in Gladbach und Leverkusen haben wir wieder die Partie aus unserer Hand gegeben. Vielleicht war es die mangelnde Konzentration. Um es genau zu wissen, muss ich erst meine Spieler hören," meinte Van Gaal.

Am Ende sah er aber doch das Positive. "Wir sind Erster und stehen im Achtelfinale. So schlecht kann es also nicht um uns stehen", resümierte der 59-Jährige, der David Alaba auf die Bank gesetzt, Bastian Schweinsteiger wegen Sperre nicht zur Verfügung gehabt, erstmals seit zwei Monaten Frank Ribery in der Startelf aufgeboten und dem jungen Torhüter Thomas Kraft eine Chance gegeben hatte. An dem Vertreter von Jörg Butt, der sein zweites Pflichtspiel absolvierte, lag es nicht.

Die "Giallorossi" wurden in den ersten 45 Minuten für ihr langsames Spiel bestraft, doch nach dem Wechsel änderten sie erfolgreich ihre Taktik, erhöhten das Tempo und zeigten so ihre Qualitäten. "Es waren eine fantastische Leistung in der zweiten Hälfte," freute sich Marco Borriello, der kurz nach der Pause mit dem 1:2 den Umschwung eingeleitet und am Ende einen Foulelfer, den der eingewechselte Francesco Totti zum 3:2 verwandelte, herausgeholt hatte.

Die Römer haben damit drei Punkte Vorsprung auf den FC Basel. "Jetzt benötigen wir in Rumänien noch einen Punkt", hofft Barriello am 8. Dezember in Cluj auf den Einzug ins Achtelfinale. Die Rumänien, die nach dem 0:1 in der Schweiz, drei Punkte Rücktand auf die Fink-Truppe aufweisen, haben keine Chance mehr auf den dritten Platz und den Wechsel in die Europa League. Ihr Trainer Sorin Cartu wollte es nicht wahr haben, trat mit den dem Fuß die seitliche Plexiverglasung der Ersatzbank ein und musste von seinem Nebenmann beruhigt werden.

Seit Dienstagabend standen fünf Aufsteiger fest. Zu den Bayern, Chelsea FC (F) und Real Madrid (G) gesellten sich jeweils als Gruppenzweiter Olympique Marseille (F/3:0 in Moskau gegen Spartak mit Martin Stranzl als Kapitän) und der AC Milan (G/2:0 in Auxerre). Die Londoner hatten in ihrem 100. CL-Spiel sechs Nachwuchsleute in der Startelf und kamen erst im Finish zum 2:1 über MSK Zilina. Der 37-jährige Vorarlberger Referee Robert Schörgenhofer absolvierte an der Stamford Bridge ein ruhiges Debüt in der Königsklasse, zückte nur eine Gelbe Karte.

Souverän agierte Real Madrid in Amsterdam gegen Ajax. "Wir haben ein außergewöhnliches Spiel gezeigt. Nur die besten Mannschaften ziehen als Gruppensieger ins Achtelfinale ein," kommentierte Real-Trainer Jose Mourinho das 4:0, zu dem Cristiano Ronaldo nach der Pause zwei Treffer beisteuerte. Sein portugiesischer Landsmann hat es seit Oktober in zwölf Spielen auf 17 Tore gebracht. Zinedine Zidane, der neue präsidiale Berater, verfolgte die Partie nicht neben Mourinho auf der Bank, sondern von der Tribüne aus.

Während Spartak Moskau fix Dritter ist und Ajax und AJ Auxerre in Pool G jeweils auswärts noch im Fernduell um den Wechsel in die Europa League rittern, steht in Gruppe H nur fest, dass Partizan Belgrad nach dem 0:3 gegen den neuen Tabellenführer Schachtjor Donezek und null Punkten aus dem Rennen ist. Die Ukrainer weisen je drei Punkte Vorsprung auf Arsenal und Braga auf. Die Portugiesen stürzten ihr Londoner Vorbild, das mit etlichen Neuen angetreten war, mit 2:0. Arsenal empfängt in der letzten Runde Partizan, der ehemalige Linz-Verein Braga muss nach Donezk.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel