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Marlies Schild wil wieder voll angreifen © APA (Hochmuth)

Während die Herren traditionell in Lake Louise die Speed-Saison einläuten, absolvieren die Alpin-Damen am dritten

Während die Herren traditionell in Lake Louise die Speed-Saison einläuten, absolvieren die Alpin-Damen am dritten Weltcup-Wochenende in Aspen mit Riesentorlauf und Slalom zwei weitere Technik-Bewerbe. Favoritinnen auf dem anspruchsvollen Hang in Colorado sind die deutsche Weltmeisterin und Aspen-Vorjahressiegerin Kathrin Hölzl sowie am Sonntag Marlies Schild.

Weltcup-Führende ist am Beginn der zweiwöchigen Nordamerika-Tour aber nach einem fünften (Sölden) und einem zweiten (Levi) Platz Hölzls Landsfrau Maria Riesch. Die Saison geht zwar erst jetzt in den Wochenrhythmus über, aber Riesch steckt trotz anstehender Heim-WM schon alle Energie in den Kampf um den ersten Weltcup-Gesamtsieg. Denn sonst hat die Doppel-Olympiasiegerin ohnehin schon fast alles gewonnen. "Hoffentlich hält die Form bis Februar an", hatte die Deutsche zuletzt in Finnland nach der knappen Slalom-Niederlage gegen Schild gemeint.

Mit dem Gewinn der großen Kugel würde Riesch auch die Serie ihrer Freundin und zuletzt dreifachen Weltcup-Siegerin in Folge, Lindsey Vonn, beenden. Der US-Amerikanerin schwant offenbar schon Übles. "Ich muss in den technischen Disziplinen stärker werden, sonst gewinnt Maria die Kugel", weiß die Abfahrts-Seriensiegerin.

Den Kampf um den Gesamtweltcup haben sich die ÖSV-Damen derzeit gar nicht erst auf die Fahnen geheftet. Seit Jahren hat zumindest eine aus dem Anwärter-Trio Nicole Hosp, Marlies Schild und Kathrin Zettel Verletzungsprobleme. "Als das letzte Mal alle fit waren, haben sich ohnehin Niki und Marlies bis zuletzt um die Kugel gematcht", erinnerte Damenchef Herbert Mandl an die Wahnsinns-Saison 2006/07, als sich Hosp im letzten Rennen gegen Schild durchgesetzt und die ÖSV-Damen alle sechs möglichen Kugeln geholt hatten.

Seitdem ist aber stets eine aus diesem Trio verletzt gewesen. "Schild hat es vor zwei Jahren ganz schwer erwischt, Hosp gleich mehrmals, und Zettel kann schon die zweite Saison in Folge kaum trainieren", muss Mandl die Situation achselzuckend zur Kenntnis nehmen.

Bliebe noch Elisabeth Görgl. Die Steirerin hat eine glänzende Olympia-Saison hinter sich und ist in Aspen trotz der Rückkehr von Schild und Eva-Maria Brem im Riesentorlauf neben Michaela Kirchgasser die derzeit größte ÖSV-Hoffnung, auch wenn ihr steile Hänge nicht so liegen.

"Lizz ist eine der fleißigsten Trainiererinnen und eine der fittesten Läuferinnen im Circuit. Sie hat absolutes Siegespotenzial", ist Mandl von seiner Allrounderin überzeugt. Allerdings sei Görgl bisher zu oft der eigene Ehrgeiz im Weg gewesen. "Sie war bisher im Rennen oft zu wenig locker. Das wird aber besser. Ich erwarte schon, dass es ihr endlich aufgeht", so Mandl.

Neuschnee hat den Nobelort Aspen zuletzt in ein Wintermärchen verwandelt, am Wochenende soll aber Kaiserwetter herrschen. Gerade recht also für die Rückkehr von Schild und Brem im Riesentorlauf, auch die Austro-Amerikanerin Resi Stiegler steigt nach ihrem Beinbruch wieder ein.

Am Sonntag im Slalom geht Österreich voraussichtlich nur mit einer Minitruppe an den Start, dennoch wird für Vorjahressiegerin Sarka Zahrobska und Co. wohl kein Weg an Schild vorbeiführen. Die Salzburgerin kann zwar zwei Jahre nach ihrer schweren Beinverletzung keine Speed-Rennen mehr bestreiten, ist aber im Slalom schon wieder einsame Spitze.

Zudem ist Aspen für Schild wie für die verletzt fehlende Kathrin Zettel ein Lieblingshang. 2002 fuhr sie hier in einem Slalom erstmals aufs Weltcup-Podest, 2006 gewann sie den Slalom vor Hosp und 2007 wurde Schild sogar Zweite in einer Skandal-Abfahrt. "Ich mag Aspen sehr, mochte es immer schon", brachte die 29-jährige Salzburgerin ihre Gefühle über den Nobelort 200 Kilometer südwestlich von Denver auf den Punkt.

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