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Huub Stevens war mit der Leistung zufrieden © APA (Archiv/Gindl)

Red Bull Salzburg hat sein Schiff wieder auf Kurs gebracht. Im Nachtrag gegen Sturm Graz stimmte nicht nur das Ergebnis, sondern

Red Bull Salzburg hat sein Schiff wieder auf Kurs gebracht. Im Nachtrag gegen Sturm Graz stimmte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Leistung. Nach einem 2:0-Sieg dank eines Doppelpacks von Roman Wallner liegen die Salzburger nur noch fünf Punkte hinter Tabellenführer SV Ried auf dem vierten Platz. Trainer Huub Stevens gab seiner Mannschaft daraufhin am Donnerstag sogar trainingsfrei.

"Es war ein sehr wichtiger Sieg. Wir wollten den Abstand verkürzen und sind auf einem guten Weg", betonte der Salzburg-Coach. Seine Mannschaft hätte auf die Kritik der vergangenen Wochen die richtige Antwort gegeben. Vor allem in der Anfangsphase hatten die Bullen groß aufgespielt, verzeichneten durch die starken Kreativakteure Dusan Svento und Simon Cziommer auch zwei Stangenschüsse.

Verfolgt hatten das Schauspiel allerdings noch einmal um fast 1.000 Zuschauer weniger als am Wochenende das mühevolle 1:0 gegen Mattersburg, nämlich nur 5.700 - Minusrekord in der Ligageschichte in der Red Bull Arena. "Ich verstehe die Fans, weil wir zuletzt auch nichts geboten haben", gestand Stevens. Dabei sind die Bullen mit 17 Punkten aus acht Spielen sogar das beste Heimteam der Liga.

Das gründet vor allem in der Defensive. In 16 Runden hat die Stevens-Truppe erst zehn Gegentore erhalten. In den vergangenen 333 Minuten musste Keeper Gerhard Tremmel nicht ein einziges Mal hinter sich greifen - eine Serie, die am Samstag bei Schlusslicht LASK in Linz fortgesetzt werden soll. Danach folgen am Mittwoch das Europa-League-Gastspiel bei Manchester City und der Heimschlager am 4. Dezember gegen Vizemeister Austria Wien.

"Es ist wichtig, den Lauf jetzt fortzusetzen, sonst war der Sieg nichts wert", meinte Franz Schiemer. Der Defensiv-Allrounder war durch den Ausfall von Christian Schwegler, der nach einem Sehnenriss im Oberschenkel mehrere Monate pausieren muss, rechts in der Viererkette zum Einsatz gekommen - nicht gerade seine Lieblingsposition. Als möglicher Schwegler-Ersatz absolvierte der Ungar Laszlo Bodnar am Donnerstag medizinische Tests in Thalgau. Der 31-Jährige hatte schon von 2005 bis 2009 in Salzburg gespielt, ist derzeit vereinslos und wäre daher in der Liga ab sofort spielberechtigt.

Den Ernst der Lage hätte das Starensemble schon länger erkannt, versicherte Schiemer. "Es war ein ganz wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten, ein Grundstein für die Meisterschaft", erklärte der ÖFB-Teamspieler. Gegner, die mitspielen, würden den Salzburgern einfach besser liegen als solche, die hinten kompakt stehen. Dadurch bekommt die Offensivabteilung jene Räume, die sie braucht, um Wallner mit Bällen zu versorgen.

Der Nationalstürmer ist derzeit Salzburgs Torgarant. Sechs der vergangenen sieben Bullen-Treffer hat er erzielt. Gegen Sturm traf Wallner in sehenswerter Manier nach Svento-Querpass (13.) und nach einem von Zarate verlängerten Tremmel-Abschlag (84.). "Er hat Startschwierigkeiten gehabt, jetzt kommt er langsam in Schwung", meinte Stevens. "Vor allem in seiner Ruhe kann er noch besser werden."

Gegen seinen Ex-Club LASK kann sich Wallner erneut beweisen, für seinen Stammclub Sturm war er der Sargnagel. Die Grazer verloren das elfte Spiel in Folge in Salzburg, kassierten dabei immer zumindest zwei Gegentore. "Wir können von Glück reden, dass wir in der ersten Hälfte nur 0:1 hinten waren", gestand Sturm-Keeper Christian Gratzei. Auf der zweiten Hälfte könne man aber aufbauen. Da sei seine Mannschaft dem Ausgleich näher gewesen als Salzburg dem 2:0, meinte Sturm-Trainer Franco Foda.

Die Grazer verpassten zwar den Sprung an die Tabellenspitze, sind mit zwei Punkten Rückstand aber noch immer erster Ried-Verfolger. "Schade, wir hätten Salzburg auf Abstand halten können", sagte Foda. "Wir waren im Abschluss nicht so zielstrebig wie sonst. Ein enttäuschendes Spiel schaut aber anders aus."

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