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Will die Austria kommen lassen © APA (Archiv/Pfarrhofer)

Gemäß Papierform reist Rapid am Sonntag als Außenseiter ins Stadion des Erzrivalen Austria. Doch Trainer Peter Pacult zeigte

Gemäß Papierform reist Rapid am Sonntag als Außenseiter ins Stadion des Erzrivalen Austria. Doch Trainer Peter Pacult zeigte sich vor dem 295. Wiener Fußball-Derby optimistisch und voll von seiner zuletzt acht Bundesliga-Spiele unbesiegten Mannschaft überzeugt.

"Wir sind gut. Wir haben das Zeug und die Qualität, um auch im Horr-Stadion zu gewinnen", meinte der 51-Jährige, in dessen Amtszeit Rapid noch ohne Auswärtserfolg in Wien-Favoriten ist. Als ehemaliger Spieler von Rapid und Austria sowie nunmehriger Chefcoach der Grün-Weißen weiß Pacult über die Brisanz des Wiener Lokalschlagers bestens bescheid. "Für diese Spiele lebt man als Fußballer und Trainer, davon träumt man schon als Kind. Die Derbys sollten für jeden Spieler die Höhepunkte einer Saison sein", erklärte Pacult.

Die Derby-Emotionen haben sich jedoch nach Ansicht von Pacult in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten leicht verschoben. "Vielleicht sind die Emotionen bei den Fans heute sogar höher als bei den Spielern. Weil früher standen mehr Wiener auf dem Feld, außerdem durften nur drei Ausländer spielen", sagte Pacult.

Bei einem Blick auf die Tabelle scheint vor allem Rapid unter Zugzwang zu stehen, die Hütteldorfer weisen acht Punkte Rückstand auf Leader Ried und fünf auf die Austria auf. Doch davon will Pacult, der auf den rasch verspielten Neun-Zähler-Vorsprung der Admira in der Ersten Liga verwies, nichts wissen. "Es kann sich noch so viel verschieben."

Demnach will Rapid zwar das Spiel "selbst in die Hand nehmen", zu viel Risiko dürften die Gäste aber auch nicht nehmen. "Die Austria wird wieder versuchen, uns von hinten rauszuholen. Wir müssen geschickt sein und vielleicht auch einmal den Gegner kommen lassen", berichtete Pacult.

Bei der spielstarken Austria brilliert derzeit vor allem Zlatko Junuzovic. "Er hat sich gut entwickelt. Die Frage ist aber, wie lange die Austria ihn halten kann. Vielleicht wechselt er ja schon im Winter zu Hannover. Man weiß ja, dass er ein fürs Ausland interessanter Spieler ist", meinte der viele Jahre in Deutschland engagiert gewesene Pacult, der die Austria nicht um ihren aktuellen Spielstil, sondern nur aufgrund ihrer neuen Nachwuchsakademie beneidet.

Die Ausfälle von Steffen Hofmann und Jan Vennegoor of Hesselink schmerzen Pacult natürlich, "aber es hilft nichts, Woche für Woche zu weinen". "Andere Spieler müssen diese Möglichkeit nützen, die Lücke schließen und die Kohlen aus dem Feuer holen", forderte Pacult von Rene Gartler und Co.

Bei Vennegoor of Hesselink hofft Pacult noch auf den einen oder anderen Einsatz bis zur Winterpause, für Hofmann dürfte das Jahr 2010 jedoch ohne weiteres Pflichtspiel zu Ende gehen.

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