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Gibt sich selbst noch Zeit © APA (Archiv/Gindl)

Als einer der letzten Skispringer ist Simon Ammann am Donnerstagabend in Kuusamo eingetroffen. Wie im Vorjahr nimmt der

Als einer der letzten Skispringer ist Simon Ammann am Donnerstagabend in Kuusamo eingetroffen. Wie im Vorjahr nimmt der Doppel-Olympiasieger von Vancouver und Pokalverteidiger den Weltcup-Winter ohne einen einzigen Schneesprung in Angriff. Nach einem turbulenten Sommer gibt sich der Jung-Ehemann selbst noch Zeit, die Topform soll sich bis zum ersten Hauptziel, der Vierschanzen-Tournee, einstellen.

Gregor Schlierenzauer, der Weltcup-Zweite und zweifache Olympia-Dritte, ist sehr zufrieden mit seiner Vorbereitung und hat ebenfalls die Tournee zu seinem ersten Höhepunkt erklärt. Der 20-Jährige, der bei der Sportlerehrung vor wenigen Wochen erstmals öffentlich mit Freundin aufgetreten ist, fühlt sich bereit für das Kräftemessen mit Arrivierten wie Ammann, Adam Malysz und Morgenstern sowie Aufsteigern wie dem Sommer-GP-Sieger Daiki Ito. "Ich möchte einen guten Rhythmus finden und mich Sprung um Sprung verbessern", erklärte der Stubaier. "Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft, habe eine gute Ruhe."

Thomas Morgenstern hat nach Enttäuschungen einen neuen Zugang gesucht. Menschlich gereift, will sich der 24-Jährige fast fünf Jahre nach seinem Doppel-Olympiasieg in Turin als Person nicht länger nur an Resultaten messen lassen. "Es gibt größere Herausforderungen als Ergebnisse, davon ist mein Glück nicht abhängig", erklärte der Kärntner, der im Juli mit Partnerin Christina sein neues Haus am Millstätter See bezogen hat.

Der Sieg in Bischofshofen im Jänner sei nach zahlreichen Enttäuschungen einer seiner emotionalsten gewesen und habe ihn bestärkt, sagte Morgenstern. Im kommenden Winter wolle er einfach Spaß haben am Springen. Dann würden sich auch die Ergebnisse einstellen, denn die Form passt. "Ich fühle mich wohl", betonte der "neue" Morgenstern, der nun Thomas und nicht mehr "Morgi" gerufen werden will, wie Cheftrainer Alexander Pointner berichtet.

Bei der Auftakt-Pressekonferenz am Freitag in Kuusamo bedankte sich Morgenstern bei Ammann, dass dieser durch die neue Bindung Bewegung in den Sport gebracht und auch einen Schritt zu größerer Sicherheit bewirkt habe. "Das ist der einzige Teil, der nicht streng reglementiert ist, wo man tüfteln kann", erklärte der Ex-Weltcupsieger. Ammann, der seinen Techniker Gerhard Hofer an die Finnen verloren hat, war aber auch nicht untätig. Bei der Tournee könnte er erneut eine Weiterentwicklung präsentieren, an der er nun mit einer Medizintechnikfirma arbeitet.

Im Sommer war der Skiflug-Weltmeister aber meist mit anderen Dingen beschäftigt. Es galt Rückenprobleme in den Griff und Auftritte als viel gefragter Vierfach-Olympiasieger unter einen Hut zu bringen. Und schließlich hat Ammann auch seine langjährige russische Freundin Yana geheiratet. "Ich habe fast alles gewonnen, da war es auch nicht einfach, mich neu zu motivieren", betonte Ammann. Er brauche nun Geduld, denn er hatte bei weitem nicht so viele gute Trainingssprünge wie im Vorjahr.

Die Vierschanzen-Tournee fehlt als einziges Großereignis in seiner Erfolgsliste. "In früheren Jahren war ich oft übermotiviert. Heuer will ich bis zur Tournee gut in Form kommen, dann wird man sehen", erklärte Amann. "Mit meinen vier Goldmedaillen bin ich jedenfalls viel entspannter, was die Tournee betrifft."

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