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Beide Vereine liegen knapp beisammen © APA (Parigger)

Der FK Austria Wien fühlt sich im 295. Wiener Derby gegen Rapid, mit dem am Sonntag die 17. Runde der Fußball-Bundesliga

Der FK Austria Wien fühlt sich im 295. Wiener Derby gegen Rapid, mit dem am Sonntag die 17. Runde der Fußball-Bundesliga ausklingt, als "leichter Favorit". "Vom Leistungsvermögen liegen zwar beide Vereine knapp beisammen, aber wir spielen daheim. Wie wir die Hütteldorfer schlagen, werde ich meinen Spielern erzählen", sagte der violette Trainer Karl Daxbacher vor dem Schlager im Horr-Stadion.

Die drittplatzierten Favoritner, die den dritten Derby-Sieg in Folge und den dritten vollen Liga-Erfolg in Serie im Visier haben, wollen in der Tabelle nicht den Anschluss an die Spitze verlieren. "Es bringt nichts, wenn wir vor Rapid liegen und nur Fünfter sind. Wir wollen so weit wie möglich vorne sein," ließ Daxbacher wissen und machte keinen Hehl aus Marschroute, die neun Punkte aus den restlichen drei Partie bis zur Winterpause bringen soll.

"Das könnte passieren. Klar wird das schwierig, aber es ist machbar," meinte der 57-Jährige im Bewusstsein, dass die Gäste acht Runden ungeschlagen sind, ihr Trend nach oben zeigt und nicht immer der Bessere gewinnt. Die Punkte-Rechnung von Daxbacher wird vom Sport-AG-Vorstand Thomas Parits inhaltlich mitgetragen. "Wir spielen derzeit sehr gut, wenn die Form hält, können wir vorne dran bleiben," glaubt auch der Burgenländer, der hinzufügte: "Wir sind heiß auf das Derby und freuen uns auf dieses Spiel."

Die Konstellation der Erzrivalen könnte besser nicht sein, um zumindest Spannung und sicher auch wieder Emotionen zu garantieren. "Beide brauchen den Sieg unbedingt. Beide haben zuletzt Werbung gemacht. Sollte ein frühes Tor fallen, wird das Spiel offener. Die Rapidler sind bekannt dafür, dass sie nicht defensiv agieren, sondern versuchen, nach vorne zu spielen. Die Voraussetzung für eine gute Partie ist gegeben," glaubt Daxbacher, Wie sich der Gegner verhalte, werde in die Taktik eingebunden. Der Austria stehen nur Almer (Muskelfaserriss) und Margreitter (eitrige Angina) nicht zu Verfügung.

Die Vermutung von Rapid-Coach Peter Pacult, der schon oft beobachtete Zlatko Junuzovic könnte die Austria im Winter Richtung Hannover verlassen, kostete den Funktionären am Verteilerkreis nur ein Lächeln. "Da weiß er mehr als wir," erklärte Parits. Tatsache ist, dass die Veilchen mit ihrem Mittelfeldspieler derzeit viel Freude haben. Fakt ist aber auch, dass sich für Sonntag Scouts von Fulham, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, 1. FC Köln, AS Monaco, Twente Enschede, Olympique Marseille, FC Genoa sowie RB Salzburg und SV Ried angesagt haben.

"Junuzovic hat sich enorm entwickelt, er hat das Gefühl, der Leader zu sein, das gibt im Auftrieb," sagte Daxbacher. "Er spielt attraktiv, mit Leidenschaft und reißt die anderen mit. Wenn er - wie jetzt auch - noch Tore macht, was bisher seine Schwäche war, dann wird er ein sehr wichtiger Mann für uns," lobte der Feldherr seinen Lenker und Denker, den Rapid mit Steffen Hofmann nicht zur Verfügung hat.

Daxbacher urgierte übrigens den Ausfall eines Schlüsselspielers. "Milenko Acimovic, mit dem wir vor der Saison gerechnet haben, fehlt uns ebenfalls!" Wie seine Spieler fiebert auch Daxbacher, den es freut, dass seine Mannschaft die fairste im Herbst ist, dem ewig jungen Schlager entgegen. "Das Derby ist als Trainer noch emotionaler und wichtiger als als Spieler, weil man die Verantwortung über alle Spieler und damit den größeren Druck hat."

Für den nächsten Akt in Violett und Grün ist alles bereit. Die Rasenheizung läuft im Hinblick auf die Schneeprognose seit Donnerstag, die Video-Kameras rund ums Stadion sind Tag und Nacht "scharf" und das Sicherheitskonzept mit 500 Security-Leuten steht bereit.

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