vergrößernverkleinern
Lieblingsfeind der katalanischen Fans © AAP (epa)

"El Clasico" zieht bereits seit Wochen ganz Spanien in seinen Bann. Der traditionelle Vergleich der beiden Erzrivalen FC

"El Clasico" zieht bereits seit Wochen ganz Spanien in seinen Bann. Der traditionelle Vergleich der beiden Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid gilt nicht nur in der Primera Division als Spiel der Superlative. Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo auf dem Spielfeld und Pep Guardiola gegen Jose Mourinho auf den Trainerbänken lauten die Duelle, auf welche alle Kameras gerichtet sind.

Ungewöhnlich ist der Termin: Gespielt wird aufgrund der katalanischen Regionalwahlen erst am Montag. Mit Mourinho kehrt der Lieblingsfeind der katalanischen Fans ins Camp Nou zurück.

Der exzentrische Portugiese stand zu Beginn seiner erfolgsverwöhnten Karriere als Dolmetscher und Assistenztrainer von Sir Bobby Robson in den Diensten von "Barca". Noch heute verhöhnen die Anhänger des regierenden Meisters Mourinho deshalb als "El Traductor" (Übersetzer). Als Coach von Inter Mailand revanchierte sich der 47-Jährige in der vergangenen Champions League-Saison auf seine Weise.

Trotz eines 0:1 in Barcelona schaffte Inter den Einzug ins schließlich erfolgreiche Finale. Mourinho sorgte damals mit provozierenden Gesten nach Schlusspfiff für mächtigen Ärger auf den Rängen. Als Coach von Real, das nach zwölf Runden und je 33 erzielten Toren einen Zähler vor dem Meister liegt, werden die Sympathien der Katalanen für den streitbaren Trainer nicht unbedingt gestiegen sein.

Als Erinnerung bleibt, dass Mourinho Barcelonas auf Ballstafetten ausgelegtes Spiel bereits einmal erfolgreich einzubremsen wusste. "Ich weiß, wie man gegen Barcelona spielen muss", sagte jener Mann, der Reals vier Spiele andauernde Niederlagenserie gegen den Erzrivalen beenden soll, in einem Interview. "Wenn man so spielen will, wie sie es tun, wird man verlieren. Weil individuell und als Kollektiv sind sie in ihrem Stil die Besten."

Unter Mourinhos Vorgänger Manuel Pellegrini war Real im direkten Vergleich gescheitert. Ein 1:0 in Barcelona und ein 2:0 in Madrid ebneten den Katalanen in der Vorsaison den Weg zur Titelverteidigung. Überzeugte Inter vor sieben Monaten im Duell mit Barcelona mit einer auf Konter ausgelegten Mauertaktik, so kann man dies auch am Montag von Real erwarten. Auch, wenn die Madrilenen ebenso wie Barca eher das schöne Spiel zur Maxime erhoben haben.

Offen bleibt damit die Frage, ob die Stars der in dieser Saison noch ungeschlagenen "Königlichen" in einem Defensivkonzept mit schnellen Gegenstößen a la Mourinho überzeugen können. Spieler wie Cristiano Ronaldo, Angel di Maria oder Mesut Özil gelten nicht unbedingt als Männer fürs Grobe. Der im jüngsten Vergleich blass gebliebene Superstar Ronaldo wollte jedenfalls von den Duellen der letzten Saison nichts wissen. "Der Bessere wird gewinnen. Und der Bessere wird Madrid sein", meinte der 14-fache Liga-Torschütze dieser Tage fast trotzig.

Wenig Nervosität war dieser Tage aus dem Lager der Katalanen zu spüren. Als Talisman gilt Pep Guardiola, in dessen Ära Barcelona in vier Duellen mit Real viermal die Oberhand behalten hat. "Wir wissen, dass es ein intensives Spiel werden wird. Die Anspannung wird spürbar sein", erklärte der Erfolgscoach, der seiner Mannschaft am Freitag frei gab. Regisseur Xavi erklärte sein Team aufgrund des Heimvorteils zum Favoriten. "Wir spielen gut und sind in guter Form", sagte der spanische Weltmeister.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel