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Marlies Schild besichtigt den Hang in Aspen © APA (Hochmuth)

Nach zwei Jahren auf einem "Eislaufplatz" finden die Damen dank früher Schneefälle beim Slalom am Sonntag in Aspen endlich

Nach zwei Jahren auf einem "Eislaufplatz" finden die Damen dank früher Schneefälle beim Slalom am Sonntag in Aspen endlich wieder eine richtig harte Schneepiste vor. Auf Blankeis war die tschechische Vizeweltmeisterin Sarka Zahrobska 2008 und 2009 unschlagbar gewesen, diesmal ist der Kreis der Sieganwärterinnen in Colorado aber deutlich größer. Mit Marlies Schild ist die Favoritin aus Österreich.

Vor zwei Woche hatte die Salzburgern in Levi von Platz fünf aus Maria Riesch noch den sicher scheinenden Sieg weggeschnappt und ihren 22. Weltcupslalom gewonnen. Den vierten seit ihrem Comeback. "Natürlich hat es mich geärgert, dass ich den Sieg noch aus der Hand gegeben habe", gab Riesch, die in Aspen noch kein Podium geschafft hat, vor dem zweiten Saisonslalom zu.

Deshalb taugt der Weltcup-Leaderin, dass sie sich diesmal nicht über eine Eisplatte mühen muss. "Der Hang ist eh schwer genug. Ich bin immer wieder happy, dass wir mit Sölden und Aspen die zwei schwersten Rennen der Saison gleich schnell hinter uns haben." Den Stachel von Levi hat Riesch längst rausgezogen. Ihr ist aber klar: "Der Hang in Aspen liegt Marlies viel mehr als der in Finnland."

Dem konnte Schild nur zustimmen. "Ich liebe diesen Hang", erklärte die erfolgreichste Slalomfahrerin der Gegenwart, die in Aspen 2002 ihr erstes Weltcup-Podium überhaupt erreicht und 2006 gewonnen hatte. "Wichtig ist, dass ich diesmal gleich einen guten ersten Durchgang fahre", hat sich Schild vorgenommen.

Dass sie am Vortag ihrer Spezialdisziplin erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder einen Riesentorlauf fuhr, störte sie nicht. "Im Gegenteil, das ist gut für einen Rennrhythmus." Starts im Super-G oder der Kombi sind derzeit bei Schild aber noch kein Thema.

Auch im Slalom ist Kathrin Zettel die große Abwesende. Sechs Podestplätze inklusive Riesentorlauf-Sieg 2006 sprechen für sich. Technik-Trainer Günther Obkircher ist aber überzeugt: "Das Fehlen des Zugpferdes ist auch eine Chance für andere." Obkircher hofft auch auf Junge wie Schilds Schwester Bernadette. Niki Hosp wiederum hatte in Levi als Fünfte alle überrascht. "Mir kommt Aspen sehr entgegen, weil der Hang technisch und anspruchsvoll ist", gab sich die Tirolerin ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss zuversichtlich.

Die griffige Piste nährt freilich auch die Chance von Außenseiterinnen. "Der kompakte Schnee verdoppelt den Favoritenkreis", ist ÖSV-Damenchef Herbert Mandl überzeugt. Lindsey Vonn zählt sich selbst offenbar trotzdem nicht dazu. "Ich habe keine großen Erwartungen hier. Das ist nicht mein Hang, deshalb möchte ich so viele Punkte wie möglich mitnehmen und nicht allzu viel Boden auf Maria verlieren", erklärte die US-Lokalmatadorin und dreifache Weltcup-Gesamtsiegerin.

ÖSV-Damenteam für den Aspen-Slalom (18.00/21.00 MEZ): Alexandra Daum, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Bernadette Schild, Marlies Schild, Margret Altacher.

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