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Gut erholte Zettel in Lake Louise wieder dabei © APA (Archiv/Techt)

Nach dem ersten von zwei Weltcup-Wochenenden in Nordamerika ist der große "Platztausch" erfolgt. Die Speed-Damen reisten von

Nach dem ersten von zwei Weltcup-Wochenenden in Nordamerika ist der große "Platztausch" erfolgt. Die Speed-Damen reisten von Aspen nordwärts nach Lake Louise, die Herren flogen dieselben tausend Meilen südwärts von Kanada in die USA nach Colorado. Da wie dort geht es atemlos weiter, schon Dienstag stehen die ersten Abfahrtstrainings an.

Bei den Damen geht Maria Riesch nach den vier Technik-Rennen in Sölden, Levi und Aspen mit 149 Punkten Vorsprung auf Lindsey Vonn in die ersten Speedrennen der WM-Saison. Zwei Abfahrten und ein Super-G am kommenden Wochenende in Lake Louise können das Bild schnell drehen, denn in Kanada hat Vonn von den jüngsten zehn Abfahrten sieben und davon die letzten fünf in Folge gewonnen.

Während für Marlies Schild das Aspen-Wochenende mit einem schmerzlichen Doppelausfall endete, setzte Nicole Hosp mit den Plätzen sieben (Riesentorlauf) und fünf (Slalom) ihre Comeback-Operation erfolgreich fort. Beide flogen Montag nicht nach Kanada, sondern nach Hause. Während für Schild vorerst Speedrennen kein Thema mehr sind, kann sich Hosp vorstellen, knapp ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss schon beim nächsten Europa-Rennen in St. Moritz wieder im Super-G zu starten.

Um den Jetlag nicht hinauszuzögern, verzichten die ÖSV-Technikdamen auf die NorAm-Rennen diese Woche in Aspen. Stattdessen trainieren die Heimkehrerinnen rund um Schild, Hosp und Eva-Maria Brem ab Freitag in Österreich für die nächsten Europa-Rennen.

Mit dabei sein soll dann auch wieder Kathrin Zettel. Ohne die Aspen-Spezialistin waren die ÖSV-Damen dort erstmals seit 2004 ohne Podestplatz geblieben. "Wenn eine der Leistungsträgerinnen fehlt und zwei weitere ausscheiden, bleibt halt nicht mehr viel übrig", so die Erklärung von Damen-Cheftrainer Herbert Mandl.

Zettel hatte zuletzt am Ende einer dreiwöchigen Therapie und dem Verzicht auf die Aspen-Rennen auf Einladung ihres Autosponsors vier Tage in Dubai Sonne getankt. Dass die Kombi-Weltmeisterin dies dem in den USA weilenden Cheftrainer nicht mitgeteilt hatte, hatte für ein wenig Irritation gesorgt.

"Sie hat sich aber wahrscheinlich nichts dabei gedacht", nahm es Mandl gelassen. "Ich sehe das Ganze positiv und hoffe, dass ihr dieser Tapetenwechsel gut getan hat", wünscht sich Mandl, dass die seit Sonntag wieder in der Heimat weilende Super-Technikerin schon in St. Moritz wieder an den Riesentorlauf-Start gehen kann. Selbst spätere Saison-Starts im Super-G kann sich der Chefcoach vorstellen.

Die Disziplinen-Kugeln sind für Zettel aufgrund der anhaltenden Hüftschmerzen freilich kein Thema mehr. "Für sie geht es nur noch um Siege und die WM", bestätigte Mandl, dass Zettel diesen Winter nur noch ausgesuchte Rennen fahren wird. "Alles andere als zu gewinnen interessiert sie nicht".

Dass die ungelösten Gesundheitsprobleme und divergierenden Diagnosen auch am Nervenkostüm der Niederösterreicherin gezerrt haben, ist auch für Mandl keine Überraschung. Für die deshalb aufgekommenen Rücktrittsgerüchte fand er aber nur ein Wort: "Schmarrn!"

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