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Albrecht kann Comeback kaum erwarten © APA (dpa)

Punkto Ehrgeiz ist Daniel Albrecht schon wieder ganz der Alte. Der vor 22 Monaten in Kitzbühel ins wochenlange Koma gestürzte

Punkto Ehrgeiz ist Daniel Albrecht schon wieder ganz der Alte. Der vor 22 Monaten in Kitzbühel ins wochenlange Koma gestürzte Skirennfahrer kann es kaum erwarten, endlich wieder in einem Weltcuprennen zu starten. Ein Vollzeit-Comeback des Sportlers könnte aber länger auf sich warten lassen als gedacht. Deshalb geht der 27-Jährige zu Saisonbeginn auf Konfrontationskurs mit seinen Trainern.

Schon vor einem Jahr waren vor den US-Rennen Vermutungen aufgekommen, der Schweizer Kombi-Weltmeister von 2007 könnte bald in den Weltcup zurückkehren. Dann bestritt der Schweizer aber kein einziges Saison-Rennen, besuchte im Sommer die Unfallstelle auf der Streif und nahm erst vergangene Woche in Lake Louise erstmal seit seinem fürchterlichen Abfahrtscrash am 22. Jänner 2009 wieder an einem Abfahrtstraining teil. Auf einen Rennstart verzichtete er dann aber.

Schon in Kanada hatte der dreifache Juniorenweltmeister Kritik geäußert und von einer "Bremswirkung" seiner Trainer gesprochen. Zu Wochenbeginn machte Albrecht bei nationalen Riesentorläufen in Aspen den Vorläufer und versuchte so seine Betreuer davon zu überzeugen, dass er wenigstens für einen Riesentorlauf-Start am kommenden Sonntag in Beaver Creek bereit sei. "Irgendwann müssen jetzt endlich Starts kommen, sonst wird es langweilig. Und es besteht die Gefahr, dass man den Fokus und die Lust verliert", erklärte Albrecht in Aspen.

Einer von Albrechts Trainern ist Sepp Brunner, aber auch der Österreicher steht auf der Bremse. "Einerseits geht es um die Wahrung des sogenannten Verletztenstatus. Auf der anderen Seite aber auch um die Gesundheit des Athleten, der vor nicht einmal zwei Jahren ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte", erklärte der Steirer.

Gemeint ist damit wohl auch die - unausgesprochene - Angst vor einem neuerlichen schweren Sturz und die Verantwortung dafür. Im Herbst hatte Albrecht zudem nach einer Knieverletzung lange pausieren müssen, in Aspen fädelte er bei Schneetreiben einmal ein.

"Aus meiner Sicht ist auch der kommende Winter für Dani daher nur eine Übergangssaison", machte Brunner klar, dass er kein allzuschnelles Vollzeit-Comeback Albrechts als sinnvoll erachtet. Punkto Abfahrt sowieso nicht. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass er diese Saison in einer Abfahrt startet", steckte der einstige Betreuer von Weltmeisterin Sonja Nef ein eher langfristiges Szenario ab. "Ich bin ja froh, dass er so denkt und unbedingt fahren will. Aber er muss Geduld haben."

Albrecht zeigte dafür nur insofern Verständnis, da ihm bewusst sei, "dass es für alle Trainer, die meinen Unfall miterlebt haben, ziemlich krass war." Er selbst wisse aber von dem Ganzen ja nichts mehr. "Für mich wäre daher eine Rückkehr in der Abfahrt sogar fast einfacher, weil man da Trainings vorher hat."

Aber selbst im Riesentorlauf würden es die Coaches wegen des Verletztenstatus unnötig kompliziert machen, monierte der Sportler. "Wenn man immer nur gesagt bekommt, es ist gefährlich, ich soll aufpassen, vorsichtig sein, nicht zu früh anfangen und auf die FIS-Punkte achten. Das sind alles Punkte, die nicht motivieren."

Deshalb geht Albrecht die Diskussion um den drohenden Rückfall in der Weltrangliste längst gegen den Strich. "Im Riesentorlauf wird es anfangs sowieso schwierig für mich. Wenn ich aber gut in Form komme, hoffe ich, bald so schnell zu fahren, dass ich auch mit Startnummer 30 oder 50 bald wieder ganz nach vorne komme."

Für Albrecht ist daher längst klar, dass er möglichst bald wieder an den Start gehen sollte. "Wenn man nicht fährt, weiß man nicht wo man steht, und dann geht auch nichts weiter." Ob es bereits am kommenden Sonntag in Beaver Creek so weit ist, kann aber auch Albrecht nicht einschätzen. "Ich kann mich nur vorbereiten. Die Frage ist, ob es Sinn macht. Und ob sich die Trainer trauen." Brunner dazu: "Ich weiß es nicht. Mann muss wirklich bereit sein."

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