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Stevens macht sich keine großen Hoffnungen © APA (Krugfoto)

Huub Stevens ist Realist. Als solcher gibt der Trainer von Red Bull Salzburg seiner Mannschaft in der Fußball-Europa-League nur

Huub Stevens ist Realist. Als solcher gibt der Trainer von Red Bull Salzburg seiner Mannschaft in der Fußball-Europa-League nur noch höchst geringe Aufstiegschancen. Österreichs Meister müsste am Mittwoch (21.05 Uhr MEZ/live Sky Sport 1) ausgerechnet den Topfavoriten Manchester City auswärts besiegen, um in Gruppe A weiter im Rennen zu bleiben. Es wäre eine Sensation.

Sechs Europacup-Spiele warten die Salzburger bereits vergeblich auf einen vollen Erfolg. Auswärts haben sie in dieser Saison international überhaupt noch nicht gewonnen. "Ich habe noch nichts aufgegeben. Aber die Chancen sind gering", gestand Stevens. "Wir müssen an unsere Qualitäten glauben, aber wir müssen auch realistisch sein. Wir müssen eine unglaubliche Leistung bringen, um eine Chance zu haben."

Im Hinblick auf den Ligaschlager am Samstag gegen die Wiener Austria könnte Stevens sogar einzelnen nicht ganz fitten Spielern eine Pause gewähren. In der Abwehr ist die Personalsituation nach den Ausfällen von Andreas Ulmer und Christian Schwegler weiter angespannt. Auch Ersatzmann Milan Dudic ist erkrankt. Franz Schiemer dürfte daher erneut rechts, der 18-jährige Martin Hinteregger links in der Viererkette aushelfen. "Mit unserem Kader kann man viele Sachen lösen, aber nicht alle", sagte Stevens.

Dennoch werde man versuchen, auf der Insel die eigenen Stärken auszuspielen. "Es ist eine Herausforderung, gegen eine Mannschaft wie Manchester City zu spielen. Aber ich schaue auch mit einem Auge auf Samstag", erklärte Stevens. Der Niederländer hätte lieber erst am Sonntag gegen die Austria gespielt und hatte daher zuletzt die Terminplanungen der Bundesliga kritisiert.

Den Gegner schätzt der Salzburg-Trainer noch höher ein als Juventus Turin. Dem italienischen Rekordmeister hatten die Bullen zuletzt zumindest zwei Remis (1:1/h und 0:0/a) abgetrotzt. In den beiden abschließenden Spielen gegen City und zu Hause gegen das Überraschungsteam Lech Posen benötigen sie allerdings zwei Siege, um wie im Vorjahr in die K.o.-Phase einziehen zu können. Und nicht einmal das müsste reichen. "Wir sind abhängig", gestand Stevens. Ein Remis würde das endgültige Out bedeuten.

Die Hoffnung, dass City bereits als Aufsteiger feststehen könnte, hatte sich durch deren 1:3-Pleite in Posen zerschlagen. Der aktuelle Tabellenvierte der englischen Premier League dürfte daher beinahe in Bestbesetzung antreten. "Sie müssen gewinnen und werden von Beginn an viel Druck machen", vermutete Stevens. In der Liga waren die "Citizens" am Wochenende nicht über ein 1:1 bei Stoke City hinausgekommen. Zu Hause haben sie in dieser Saison aber erst ein Spiel verloren - 0:3 Ende Oktober gegen Arsenal.

"Ihre Einzelqualitäten sind unglaublich. Manchmal geht es aber auch um eine bestimmte Harmonie in einer Mannschaft", meinte Stevens. Diese hätte das Starensemble nur vereinzelt bewiesen. "Das kommt auch auf den Gegner an", sagte Stevens. So leicht wie im Hinspiel im September (0:2) will man es City zwar nicht machen, der Bullen-Coach erinnerte aber an das Kräfteverhältnis zwischen seiner Truppe und der Weltauswahl: "Realismus ist ein großes Wort."

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