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Michael Walchhofer bei der Streckenbesichtigung © APA (Hochmuth)

Schon am ersten Dezember-Wochenende liefert der alpine Ski-Weltcup das erste ganz große Abfahrtsspektakel der Saison. Während

Schon am ersten Dezember-Wochenende liefert der alpine Ski-Weltcup das erste ganz große Abfahrtsspektakel der Saison. Während die Damen in Lake Louise abfahren, kämpfen die Herren um die Rolle des Königs auf der "Raubvogelpiste" in Beaver Creek. Wer in der dünnen Höhenluft der Rocky Mountains als Sieger ganz oben auf dem Podest steht, bekommt einen Ehrenplatz auf einem riesigen Bronze-Adler.

Das "hochalpine Match" auf der 2.623 m langen Strecke, die von Bernhard Russi für die WM 1999 entworfen wurde, beginnt auf 3.483 m Seehöhe und endet auf 2.726 m. Das Spektakel geht am Freitag zur besten europäischen Sendezeit (19.00 Uhr MEZ) über die Bühne und nach dem Doppelsieg in Lake Louise stehen die Chancen gut, dass es erstmals seit 2007 wieder einen österreichischen Triumph gibt.

Damals beendete Michael Walchhofer eine vierjährige Serie mit ausschließlich US-Heimsiegen durch Daron Rahlves (2003/2005) bzw. Bode Miller, der zweimal die Abfahrt (2004 und 2006) sowie 2005 auch noch den Riesentorlauf gewann. Danach ließen sich der Norweger Aksel Lund Svindal und zuletzt der Schweizer Carlo Janka als Abfahrtssieger feiern.

"Die Birds of Prey ist ein Weltklasse-Berg", giert Lokalmatador Miller nach einem neuerlichen Triumph. "Wir werden fahren wie die Teufel", konterte Österreichs neuer Herrencheftrainer Mathias Berthold lachend.

Seit 14 Jahren ist Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado fixer Bestandteil des Weltcups. Hermann Maier ist und bleibt mit seinen acht Siegen (6 Weltcup, 2 WM) der König der Raubvogelpiste und erst Janka egalisierte im Vorjahr Maiers Gala von 1999, als er drei Rennen innerhalb von drei Tagen gewann und damit sogar den Jean-Claude Killys Rekord von 1967 einstellte.

Die vielfach ungeliebte Super-Kombination ist heuer aber nicht mehr im Programm. Dies bedauert vor allem Österreichs Allrounder Benjamin Raich, selbst Sieger eines Riesentorlaufs (2008) und eines Slaloms (2004) in Beaver. Nach der Abfahrt am Freitag gehen am Samstag ein Super-G (jeweils 19.00 MEZ) und am Sonntag der abschließende Riesentorlauf (17.45/20.45) in Szene.

Das Rennen auf der legendären Strecke am Freitag ist eine der größten Ski-Abfahrtsschlachten nach dem Hahnenkammrennen in Kitzbühel und hat Triumphe aber auch Tragödien wie den beinahe fatalen Sturz von Aksel Svindal 2007 erlebt. Nirgendwo schmecken den Amerikanern Siege über den Rest der Welt so süß wie hier.

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