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Gedenken an den erschossenen Gabriele Sandri © APA (Archiv/epa)

Vor einem Berufungsgericht in Florenz hat am Mittwoch der Prozess gegen einen Polizisten wegen des Todes des Lazio-Fußballfans

Vor einem Berufungsgericht in Florenz hat am Mittwoch der Prozess gegen einen Polizisten wegen des Todes des Lazio-Fußballfans Gabriele Sandri im November 2007 begonnen. Der 27-jährige Sandri war an einer Autobahnraststätte unweit von Arezzo erschossen worden. Der Polizist wurde in erster Instanz zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Federico Bagattini, Rechtsanwalt des Polizisten Luigi S., forderte vor Gericht den Freispruch seines Mandanten. Der tödliche Schuss habe sich versehentlich aus der Dienstwaffe des Polizisten gelöst. Der Beamte war am Mittwoch vor Gericht nicht anwesend.

Der Polizist hatte bisher stets behauptet, er habe erst einen Warnschuss in die Luft abgegeben, der zweite Schuss habe sich beim Laufen gelöst. Er habe auf "niemanden gezielt". Der Polizist hätte laut Vorschrift nach dem ersten Warnschuss die Dienstwaffe weglegen sollen. Die abgefeuerte Kugel war offenbar durch die Heckscheibe in Sandris Auto eingedrungen. Die Familienangehörigen des Opfers beteuern dagegen, dass der Polizist gezielt auf Sandri geschossen habe.

Der Lazio-Rom-Fan befand sich mit Freunden auf dem Weg zum Auswärtsspiel seines Clubs gegen Inter Mailand auf einem Autobahnrastplatz. Hier soll es zu Krawallen mit einigen Juventus-Fans gekommen sein. Nach Sandris Tod kam es vor vielen Spielen zu schweren Ausschreitungen und Angriffen auf die Ordnungskräfte. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Eine Gruppe von etwa 400 Hooligans griff eine Polizeikaserne in Rom an.

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