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Viele Läufer waren verärgert © APA (epa)

Das zweite Abfahrtstraining der Skiherren in Beaver Creek ist am Mittwoch nach 21 Läufern wegen Schlechtwetters für längere

Das zweite Abfahrtstraining der Skiherren in Beaver Creek ist am Mittwoch nach 21 Läufern wegen Schlechtwetters für längere Zeit unterbrochen worden, ehe es nach über einer Stunde - zumindest kurz - weiterging. Schneefall, schlechte Sicht und vereiste Brillen hatten bis dahin u.a. auch den Österreicher Mario Scheiber zum Abschwingen bewogen.

Dass das Training auf der anspruchsvollen Birds of Prey angesichts des Schneefalls überhaupt gestartet worden war, stieß bei einem Großteil der Läufer auf Unverständnis. Vor allem, weil am Donnerstag das Wetter ohnehin wieder deutlich besser sein soll. "Wir hatten am Dienstag bereits ein Super-Training, wozu das heute gut gewesen sein soll, weiß kein Mensch. Sinnlos und gefährlich. Der Sinn eines Abfahrtstrainings ist ja nicht, runterzuschwingen, nur um dann im Ziel zu stehen", sagte etwa Klaus Kröll.

Der mit Startnummer 17 fahrende Michael Walchhofer tröstete sich damit, dass er diesmal nicht nur im oberen Flachteil, sondern auch nach dem Steilhang klar Schnellster gewesen war, ehe er sich mit 1:48,34 Min. die - vorläufige - Bestzeit mit dem Südtiroler Peter Fill teilte. "Das war an der Grenze des Fahrbaren, dieses Training wäre nicht notwendig gewesen", sagte Walchhofer.

Indirekt könnten freilich die Österreicher "schuld" gewesen sein, dass es dieses Training überhaupt gegeben hatte. Denn Walchhofer und Co. hatten schon am Dienstag angekündigt, einen der drei Trainingsläufe auslassen zu wollen. "Vielleicht wollte FIS-Renndirektor Günter Hujara mit einer heutigen Absage nicht als Österreicher-Freund geoutet werden", scherzte Walchhofer.

Verärgert war auch Scheiber, der wegen seiner Knieprobleme ohnehin sehr haushalten muss und liebend gerne am Mittwoch pausiert hätte. "Die Brille war so beschlagen, dass ich nichts mehr gesehen habe. Ich hatte ein bissl Angst und bin deshalb nach dem Pumphouse abgeschwungen. Ich war oft genug verletzt, als dass mich ein Weiterfahren bei so einer Sicht interessiert hätte", sagte der Osttiroler, der am Freitag zu den großen Mitfavoriten zählt.

Abfahrts-Weltcupsieger Didier Cuche sah nur einen Sinn an einem solchen Training. "Es könnte ja sein, dass auch im Rennen das Wetter so ist", erklärte der Schweizer, gestand aber: "Ich hätte fast eingefädelt, das war knapp." Der Norweger Aksel Svindal, der auf der Raubvogelpiste selbst schon schwerst verunfallt war, meinte: "Ich habe ständig nur die Brillen gewischt. Dass junge Läufer auf dieser schweren Strecke mehr Erfahrung brauchen, verstehe ich ja. Aber auch ihnen macht das Training bei so einem Wetter keine Spaß."

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