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Walchhofer durchbrach Sieglosigkeit in der Abfahrt © APA (Hochmuth)

Mit der Abfahrt beginnt am Freitag das Weltcup-Rennwochenende der Herren in Beaver Creek. Sechs Tage nachdem Michael Walchhofer

Mit der Abfahrt beginnt am Freitag das Weltcup-Rennwochenende der Herren in Beaver Creek. Sechs Tage nachdem Michael Walchhofer vor Mario Scheiber in Lake Louise eine fast 21-monatige ÖSV-Sieglosigkeit in der Abfahrt beendet hatte, würden die Speed-Herren liebend gerne noch eins draufsetzen. Umso mehr, als Walchhofer auf der"Raubvogelpiste" in Colorado 2007 für den letzten ÖSV-Abfahrtssieg sorgte.

Bei der letzten "Mini-WM" mit vier Rennen in vier Tagen gewann vor drei Jahren Walchhofer die Abfahrt, Hannes Reichelt zum zweiten Mal den Super-G und ein gewisser Daniel Albrecht feierte mit Siegen in Superkombi und Riesentorlauf seinen Durchbruch. Ob der Schweizer fast zwei Jahre nach seinem Koma-Sturz am kommenden Sonntag im Riesentorlauf sein Weltcup-Comeback gibt, war bis zuletzt offen.

Dass die deutlich entschärfte Birds of Prey nicht mehr ganz der absolute Vollgas-Knüller ist, sieht man auch daran, dass der seit 2003 auf 1:39,59 Min. lautende Streckenrekord von Daron Rahlves (USA) außerhalb jeder Reichweite ist. "Das ist heuer ja mehr ein Super-G", hatte selbst der Lokalmatador und dreifache Beaver-Sieger Bode Miller angesichts der noch kurviger als sonst gesetzten Extrem-Abfahrt auf über 3.000 m Seehöhe gemeint.

Mit Walchhofer, Aksel Lund Svindal, dem vorjährigen Dreifach-Sieger Carlo Janka und Miller haben vier Mitfavoriten schon Abfahrtssiege auf der Raubvogelpiste gelandet, Didier Cuche hat hingegen in den Rocky Mountains nur 2002 im Super-G gewonnen. Ein Abfahrtssieg in Beaver ist für den 36-jährigen Schweizer einer der ganz großen Gründe, warum er immer noch am Start steht.

Wie Walchhofer (35) jagt Cuche in seiner möglicherweise ebenfalls letzten Saison seine vierte Abfahrtskugel. Seit Stephan Eberharter 2004 zurückgetreten ist, haben nur diese beiden Abfahrts-Kristall gewonnen. Ein Duell der Superlative also zwischen den beiden Oldboys, das am Freitag seinen nächsten Höhepunkt erreichen könnte.

Während Cuche in Lake Louise über Platz neun nicht hinauskam, erlöste dort Walchhofer mit seinem zwölften Weltcup-Abfahrtssieg eine ganze Nation und krönte sich selbst zum ältesten Abfahrtssieger überhaupt. "Ich habe mich in Beaver Creek immer wohlgefühlt. Und auch wenn es nicht mehr so die ganz große Draufgängerstrecke ist, hoffe ich, dass ich auch heuer zum Favoritenkreis gehöre", folgte der Weltmeister von 2003 seiner neuen Tiefstapler-Strategie.

Im Vorjahr hatte eine falsche Skiwahl einen Walchhofer-Sieg in Beaver Creek verhindert, in seiner letzten Saison aber hat der Salzburger ganz offensichtlich auch das Material fest im Griff. In den Trainings zeigte "Walchi" mit dem "Doppeldecker" beeindruckend auf, wies aber dennoch die Favoritenrolle von sich.

Nicht nur Walchhofer nannte vielmehr neben dem immer stärker werdenden Hans Grugger vor allem Scheiber als heißesten Sieganwärter aus der ÖSV-Ecke. "Er brennt am meisten auf den Sieg und ihm kommt die Strecke am meisten entgegen", schob Walchofer die Favoritenrolle auf den 27-jährigen Osttiroler, der immer noch seinem ersten Weltcupsieg nachjagt.

Scheiber selbst ist trotz seiner jahrelangen Verletzungsprobleme offenbar so gut drauf wie schon lange nicht. "Ich war noch nie so bereit für den ersten Sieg wie in diesem Jahr", gab der neunfache Weltcup-Zweite zu. "Aber ob das hier schon für den ersten Sieg reicht, weiß ich nicht."

ÖSV-Team für Abfahrt in Beaver Creek (9): Michael Walchhofer, Mario Scheiber, Klaus Kröll, Hans Grugger, Romed Baumann, Georg Streitberger, Joachim Puchner. Offen: Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Franz Max

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