vergrößernverkleinern
Vonn gewann Kristallkugel nicht nur in der Abfahrt © APA (Gindl)

Nach vier Technik-Rennen in Sölden, Levi und Aspen geht auch bei den Alpin-Damen am kommenden Wochenende endlich die "schnelle

Nach vier Technik-Rennen in Sölden, Levi und Aspen geht auch bei den Alpin-Damen am kommenden Wochenende endlich die "schnelle Post" ab. Lake Louise in Kanada ist eine Woche nach den Herren mit zwei Abfahrten (Freitag und Samstag) und einem Super-G (Sonntag) Schauplatz des Speed-Auftakts in die WM-Saison. In Kanada gibt es nur ein Motto: "Alle gegen Lindsey Vonn".

Die US-Amerikanerin hat hier von den jüngsten zehn Abfahrten sieben und davon die letzten fünf in Folge gewonnen. Als Weltcupführende kommt freilich Busenfreundin Maria Riesch nach Kanada. 149 Punkte Rückstand hat die dreifache Weltcup-Gesamtsiegern Vonn bereits auf die Deutsche, in Lake Louise kann sich das aber angesichts der drei Speedrennen schnell drehen. Vonn bluffte in den ersten beiden Trainings mächtig, an ihrer Favoritenrolle führt aber kein Weg vorbei.

Im Vorjahr verhinderte allerdings mit Elisabeth Görgl im Super-G, dass Vonn wie zeitgleich Carlo Janka in Beaver Creek alle drei Wochenend-Rennen gewann. Görgl ist zusammen mit Olympiasiegerin Andrea Fischbacher auch Österreichs größte Speedhoffnung in Kanada. "Von ihnen kann man Podestplätze erwarten", sagte Cheftrainer Herbert Mandl. Aber allein gegen eine Lindsey Vonn zu gewinnen, werde sehr, sehr schwer werden.

"Dieser Sieg ist natürlich das Erste, das mir in den Sinn kommt, wenn ich an Lake Louise denke", erinnerte sich Görgl und ging gleich einen Schritt weiter. "In der Abfahrt muss bei mir zwar alles zusammenpassen, aber ich möchte in allen drei Rennen auf's Podest", so die Kampfansage der Steirerin.

Bei den ÖSV-Damen ist der letzte Abfahrtssieg noch länger her, als er es bei den Herren war. Seit März 2007 hat lediglich Super-G-Olympiasiegerin Fischbacher Ende Februar 2009 in Bansko eine Abfahrt gewonnen. Eine Hoffnung, dass die Mega-Krise seit dem Abgang von Alexandra Meissnitzer, Michaela Dorfmeister und Renate Götschl ebenfalls in Kanada zu Ende geht, besteht vorerst aber nicht wirklich. Denn in der Abfahrt wäre man derzeit über Top-5-Platzierungen schon sehr glücklich.

"Ich habe aber beste Erinnerungen an Lake Louise, "denn hier habe ich meinen ersten Stockerlplatz eingefahren", gab sich Fischbacher dennoch zuversichtlich und scherzte: "Glücklich abreisen würde ich hier mit drei Siegen!"

Bei Anna Fenninger hat mein hingegen eine Kursänderung vorgenommen. Die Salzburgerin hatte selbst auf die Technikrennen in Aspen verzichtet und stattdessen lieber in den USA trainiert. Sie wird nun gezielter und vorrangig in Speedbewerben eingesetzt.

"Es kann in dieser Saison nur besser werden als letztes Jahr", ist Fenninger überzeugt. "Ich habe letzte Saison immer mehr und mehr von mir selbst verlangt und bin in ein Loch gefallen. Dann habe ich die Ski ins Eck gestellt, war in Miami auf Urlaub und geh jetzt wieder lockerer ans Werk."

Vonn selbst schwärmte während der Trainings: "Ich hatte in Lake Louise schon so viel Erfolg, ich habe einfach ein Super-Gefühl auf diesem Schnee und muss fast nicht besichtigen, weil ich die Strecke sehr gut kenne", erzählte die US-Amerikanerin.

Vonn hat aber auch schon mitbekommen, dass Riesch in dieser Saison ganz heiß ist. "Maria ist heuer sicher näher dran, hat viel Super-G und Abfahrt trainiert." Die Deutsche aber warnte: "Auch Anja Pärson und Julia Mancuso muss man auf der Rechnung haben. Das ist nicht nur ein Duell gegen Vonn." Sie selbst wolle in Lake Louise um das Podium mitfahren.

ÖSV-Damen-Mannschaft für die Speedrennen in Lake Louise: Margret Altacher, Anna Fenninger, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Regina Mader, Stefanie Moser, Nicole Schmidhofer, Christina Staudinger, Mariella Voglreiter.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel