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Treue Rapid-Fans im Hanappi-Stadion © APA (Archiv/Gruber)

Im abschließenden Heimspiel der Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag gegen den FC Porto ist Fußball-Rekordmeister SK Rapid

Im abschließenden Heimspiel der Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag gegen den FC Porto ist Fußball-Rekordmeister SK Rapid ein letztes Mal in diesem Jahr mit seiner Stadion-Problematik konfrontiert worden. Weil das Hanappi-Stadion nicht mehr dem Ansprüchen von wichtigen Partien auf internationalem Niveau genügt, musste man wie im Vorjahr im Europacup-Herbst ins Happel-Stadion ausweichen.

Auch auf nationaler Ebene ist die Heimstätte des öfteren zu klein, dazu kommen Verschleißerscheinungen bei der Infrastruktur. Deshalb beteuert Präsident Rudolf Edlinger, die Arena im Westen Wien sanieren, ausbauen und in punkto Rahmenbedingungen für VIP-Gäste oder Medienvertreter verbessern zu wollen. Einen Neubau an einem anderen Ort schloss er aber kategorisch aus.

Vor einigen Monaten wurde von politischer Seite ein Abriss des Hanappi-Stadions und ein neu zu errichtendes Stadion in Auhof - einem Gebiet, das größtenteils im Nobelbezirk Hietzing liegt - ins Spiel gebracht. Laut Edlinger ist ein Auszug von Rapid aus Hütteldorf allerdings undenkbar. "Ich glaube nicht, dass die Fans mitgehen, wenn ich sage, Rapid ist nicht Hütteldorf, sondern Hietzing."

Spätestens bis 2013 soll die Entscheidung fallen, in welcher Form das Hanappi-Stadion wieder auf Vordermann gebracht wird. "Aber der Platz des Hanappi-Stadions ist aus meiner Sicht unverrückbar. Wir sind kein Kunstverein, sondern ein lebendiger Verein. Einem Verein, der lebt, kann ich nicht die Gliedmaßen amputieren. Und in diesem Fall würde ich das Herz amputieren", sagte Edlinger.

Auch eine Umbenennung der Heim-Arena nach dem Vorbild des Erzrivalen Austria, der sich dadurch hohe zusätzliche Sponsor-Einnahmen erhofft, steht für den ehemaligen Finanzminister nicht zur Debatte. "Unser Stadion heißt nach Gerhard Hanappi, einem großen Rapid-Spieler. Es kommt überhaupt nicht infrage, dass wir Hanappi aus dem Stadion verschwinden lassen. Das passt nicht zu unserer Philosophie, unserer Geschichte einen breiten Stellenwert einzuräumen", betonte der Rapid-Präsident.

Unterstützung erhält Edlinger von Andreas Marek, der in seiner Eigenschaft als Rapid-Clubservice-Leiter in permanentem Kontakt mit dem grün-weißen Anhang steht. Laut dem Niederösterreicher fordern praktisch alle Fans einen Verbleib in Hütteldorf. "Auf irgendeiner grünen Wiese ein Stadion hinzustellen, da wären 99,9 Prozent dagegen."

Außerdem sei eine Arena von der Größenordnung eines durchschnittlichen deutschen Bundesliga-Stadions für Rapid unrealistisch. "Wir sind nicht in der Situation, großartig über ein Stadion für 40.000 oder 50.000 Zuschauer nachzudenken. Die beste Lösung wäre eine Erweiterung auf rund 25.000 Plätze und eine Verbesserung der Infrastruktur, und ich glaube, bis 2015 werden wir das haben", vermutete Marek.

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