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Reichelt gewann zwei Super-G in Beaver Creek © APA (epa)

Mit dem Super-G am Samstag und dem Riesentorlauf am Sonntag werden die Weltcuprennen in Beaver Creek fortgesetzt und

Mit dem Super-G am Samstag und dem Riesentorlauf am Sonntag werden die Weltcuprennen in Beaver Creek fortgesetzt und abgeschlossen. Seit den Glanztaten eines Hermann Maier haben auf der "Birds of Prey" aber "Außenseiter" für österreichische Super-G-Erfolge gesorgt. Sowohl Stephan Görgl (2004) als auch Hannes Reichelt (2005/2007) waren jeweils unter besonderen Umständen zu ihren Erfolgen gekommen.

Es gibt vor dem Super-G zumindest drei gute Zeichen für Österreich Skiherren. Erstens waren sie im Super-G schon im Vorjahr eine Klasse besser als in der Abfahrt. Kurssetzer ist zudem ÖSV-Abfahrtschef Andreas Evers, und der letzte in Nordamerika von einem Österreicher gesetzte Super-G brachte immerhin Olympia-Gold für Andrea Fischbacher. Und auch das Wetter könnte am Samstag eine mitentscheidende Rolle spielen. Neuschnee ist angesagt und solche Schlechtwetter-Bedingungen hatte Reichelt dank seiner jeweils frühen Startnummern gleich zweimal perfekt genützt. Zwar läuft der Salzburger seiner einstigen Form hinterher, aber er gilt auch als "Spezialist". Erst einen seiner vier Siege hat er in Bormio und damit außerhalb Nordamerikas gefeiert.

Wirkliche Favoriten sind daher andere, nämlich alle abwärts vom kanadischen Weltcupsieger Erik Guay sowie Michael Walchhofer. Zuletzt triumphierten Aksel Lund Svindal und im Vorjahr der Schweizer Carlo Janka. "Ich bin hier im Super-G schon aufs Podium gefahren, aber sicher wird es vor allem wegen des Steilhangs für mich im Super-G schwerer als in der Abfahrt", ist Walchhofer überzeugt. Der letzte ÖSV-Triumph im Super-G auf der Raubvogelpiste endete 2007 in einem auf Montag verschobenen Rennen gleich mit einem ÖSV-Dreifacherfolg. Schon damals verpasste Mario Scheiber seinen ersten Weltcupsieg um nur 2/100 Sekunden hauchdünn, der Osttiroler wäre also auch diesbezüglich ein würdiger Sieger.

Görgl glaubt nach mehreren Verletzungsproblemen weiterhin fest daran, dass er irgendwann wieder ganz oben stehen wird. "Früher habe ich mich oft kleiner gemacht, als ich bin. Es gibt viele Beispiele dafür, dass man auch jenseits der 30 erst so richtig durchstarten kann." Dass Evers Kurssetzer ist, ließ aber selbst den Coach kalt. "Das ist völlig wurscht. Es muss schnell gefahren werden, und wenn man herumexperimentiert, geht der Schuss eh meist nach hinten los", sagte Evers.

Mit Benjamin Raich, Romed Baumann und Reichelt ist ein Super-G-Trio auch am Sonntag im abschließenden Riesentorlauf am Start. Womöglich wird Beaver den ÖSV-Herren nicht ganz so entgegenkommen wie Sölden, dort aber musste bekanntlich Ende Oktober der Weltcup-Auftakt nach Lauf eins abgebrochen werden. Ein Umstand, der vor allem die aussichtsreich auf den Plätzen drei bzw. fünf liegenden Philipp Schörghofer und Marcel Hirscher heute noch schmerzt. Die Technik-Spezialisten flogen nur wegen dieses einen Rennens nach Nordamerika und bereiteten sich u.a. mit Nor-Am-Rennen vor. "Die Trainingsbedingungen waren top. Wir konnten einiges probieren, das wir dann in Weltcuprennen umsetzen können", berichtete Hirscher. Dass der flache Schlussteil der "Raubvogelpiste" dem Salzburger Super-Techniker nicht so liegt, ist freilich Tatsache.

Raich hatte den ersten Lauf in Sölden als 16. hingegen eher "versemmelt". "Der ist mir völlig misslungen. So etwas kann aber immer wieder einmal passieren", winkte der Tiroler ab. Beaver Creek verließ er vor zwei Jahren als Riesentorlauf-Sieger, im Vorjahr musste er sich als Zweiter nur "Überflieger" Janka geschlagen geben. "Das zeigt doch, dass mir der Hang liegt", betonte Raich.

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