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Fußball-WM 2022 findet in Katar statt © APA (epa)

Kaum hatte FIFA-Boss Joseph Blatter die Entscheidung für den WM-Austragungsort Katar bekanntgegeben, begann das Handy von

Kaum hatte FIFA-Boss Joseph Blatter die Entscheidung für den WM-Austragungsort Katar bekanntgegeben, begann das Handy von Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani, dem Emir von Katar, zu klingeln. Die arabischen Herrscher vom Golf waren die Ersten, die zum Zuschlag für 2022 gratulierten. Die Konkurrenz zwischen den Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, Oman und Katar war für einen Moment vergessen.

Sie wollten sich alle ein bisschen in dem Glanz sonnen, der nun auf das kleine Emirat gefallen ist - das als erstes arabisches Land eine WM ausrichtet. "Dies ist ein Sieg für alle arabischen Staaten und für den Sport im Nahen Osten allgemein", sagt der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, dessen Emirat sich um die Olympischen Sommerspiele 2020 bewirbt. Der Präsident des kuwaitischen Fußballverbandes, Scheich Talal al-Fahd, erklärte nach Angaben der katarischen Nachrichtenagentur QNA: "Das ist ein Sieg für die gesamte Golfregion und für alle Araber."

Ähnlich äußerte sich der ehemalige Weltfußballer Zinedina Zidane, offizieller Bewerbungs-Botschafter Katars. Der in Marseille als Sohn algerischer Einwanderer geborene 38-Jährige sprach von einem "Triumph der arabischen Welt und des Nahen Ostens". Es sei gut, zu zeigen, "dass der Fußball der ganzen Welt gehört".

"Die Einwohner des Nahen Ostens sind nun als Teil der Fußball-Familie angesehen worden", sagte Katars Monarch Hamad bin Khalifa al-Thani und unterstrich damit, dass der Sieg Katars über die USA, die als Mitfavorit gehandelt wurden, auch eine politische und kulturelle Komponente hat. So betonten viele arabische Medien am Freitag nicht nur, dass die Araber jetzt erstmals am Zuge sind, sondern auch, dass zum ersten Mal ein "islamisches Land" die WM ausrichten darf. "Das ist ein Friedenssignal", erklärte das katarische WM-Bewerbungskomitee.

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