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Schiemer hat noch Alpträume von Manchester © APA (epa)

Obwohl Franz Schiemer zugibt, noch immer von seinem Manchester-Gegenspieler Adam Johnson Alpträume zu haben, hat er seinen

Obwohl Franz Schiemer zugibt, noch immer von seinem Manchester-Gegenspieler Adam Johnson Alpträume zu haben, hat er seinen Fußball-Fokus zu 100 Prozent auf die nationale Ebene und den kommenden Rivalen und Ex-Arbeitgeber gelegt. "Wir wollen so schnell wie möglich an die Tabellenspitze und Austria Wien mit einem Sieg auf Distanz halten," sagte der Verteidiger von Meister Red Bull Salzburg.

Der Verteidiger hat vor dem Schlager der 18. Bundesliga-Runde am Samstag daheim gegen den Vizemeister aus Wien ein gutes Gefühl, aber auch Respekt vor seinen Ex-Kollegen. "Es wird nicht einfach, sie spielen derzeit mit den besten Fußball der Liga. So eine Leistung wie in der ersten Derby-Hälfte habe ich schon lange nicht mehr gesehen", ist Schiemer angetan. Er stellt in Favoriten eine sensationelle Entwicklung mit vielen guten, jungen Österreichern fest und glaubt, dass da etwas heranwächst. "Die Austria zählt für mich zu den absoluten Titelkandidaten." Freilich ist er überzeugt, dass am Ende wieder seine "Bullen" ganz oben stehen werden.

Sein Trainer (Heimbilanz: 18-6-2) ist ebenso heiß auf den Schlager. "Ich brenne auf dieses Spiel und das gleiche erwarte ich auch von meiner Mannschaft", nannte Huub Stevens seine Erwartungen. Das 0:3 von Manchester müsse und werde man gemeinsam wegstecken. Der Niederländer schaut dabei nicht auf den Gegner, sondern nur auf die Stärken seiner Schützlinge. Von einem Herbeisehnen der Winterpause will man im Bullen-"Stall" vor dem 33. Saisonspiel nichts wissen. "Was wir teilweise gezeigt haben, war enttäuschend und lässt sich nicht wegleugnen," musste Stevens zugeben.

Die Violetten, die am Freitagnachmittag per Bus Richtung Westen aufbrachen, hatten sich wegen der Schneemassen im Raum Wien zweimal in der Halle der Akademie auf die Partie vorbereiten müssen. Was Karl Daxbacher aber nicht als Nachteil betrachtete. Die Spieler sind nach dem verlorenen Derby heiß. "Wir wollen einen guten Jahresabschluss mit sechs Punkten aus den zwei Partien. Das Ziel ist ambitioniert, aber diesen Anspruch haben wir. Gerade auswärts tun wir uns vielleicht eine Spur leichter", sagte Julian Baumgartlinger, der aus Mattsee im Salzburgischen kommt.

Der Mittelfeldspieler holte sich unter dem Dach zusätzliches Selbstvertrauen. Gemeinsam mit den gegen Salzburg gesperrten Liendl sowie Dragovic und Gorgon gewann Baumgartlinger während dieser Trainingswoche den ersten inoffiziellen Titel eines "Hallenkönigs". Der Austria-Trainer erhofft trotz der beeinträchtigten Vorbereitung durch das Wetter von seiner Mannschaft "eine Leistung wie in der ersten Derby-Hälfte, aber ein anderes Resultat als gegen Rapid". Er könnte mit einem Remis durchaus leben. "Die Salzburger sind derzeit nicht so souverän, schießen nicht viele Tore und haben noch weniger erhalten."

"Wir müssen agieren, dürfen uns nicht nur hinten reinstellen. Schaffen wir es zu Null zu spielen, dann ist das für uns schon die halbe Miete. Es wird auf alle Fälle eine enge Geschichte", sagte Daxbacher, der in seinem 90. Liga-Spiel als Austria-Trainer den 20. Auswärtssieg feiern könnte. Die in der Tabelle einen Punkt hinter den "Bullen" liegenden viertplatzierten Violetten sind in zuletzt vier Partien gegen die Salzburger (2-2-0) ungeschlagen.

Der jüngste Erfolg der Festspielstädter über die Hauptstädter datiert vom 19. Juli 2009, als Zickler und Tchoyi mit ihren Treffern für ein 2:1 sorgten. Damals erzielte Junuzovic das Austria-Tor. Besser in Erinnerung ist das Goldtor von Junuzovic vom 9. Mai 2010, als er einen Freistoß in der 91. Minute verwandelte. In der Heimbilanz seit der Bullen-Ära 2005 haben die Hausherren vor dem elften Duell die Nase vorne (7-1-2). Der Meister ist übrigens vier Runden ungeschlagen (3-1-0), hat zuletzt am 7. November in Wr. Neustadt verloren (0:1).

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