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Streitberger genoss seinen Sieg aus vollen Zügen © APA (Hochmuth)

"Verspätung" hatte Georg Streitberger beim Super-G in Beaver Creek glücklicherweise erst nach dem Rennen. Wegen einer

"Verspätung" hatte Georg Streitberger beim Super-G in Beaver Creek glücklicherweise erst nach dem Rennen. Wegen einer mühseligen Dopingprobe kam der Sieger erst über eine Stunde nach seinem Triumph zur Pressekonferenz, wo er dann sein ganzes Glück darlegen konnte. Über seinen zweiten Weltcupsieg konnte sich der Salzburger nämlich erstmals ohne Einschränkungen freuen.

Am 2. März 2008 war bei seinem Premierensieg in Kvitfjell Freund und Zimmerkollege Mathias Lanzinger so schwer gestürzt, dass ihm danach ein Unterschenkel amputiert werde musste. Am 4. Dezember 2010 sah sich Lanzinger zusammen mit Streitbergers Vater in Saalbach das Rennen an und gratulierte danach aus ganzem Herzen.

Streitbergers zweiter Sieg, fast drei Jahre nach dem ersten, war ein Befreiungsschlag. Der Rennunfall seines Freundes, danach eine schwierige wirtschaftliche Situation seines Ausrüsters sowie die "Olympia-Falle" zuletzt in Vancouver hatten dazu beigetragen, dass der 29-Jährige in den 35 Weltcuprennen nach seinem Premierensieg lediglich eine weiteren Podestplatz (3. in Kitzbühel) geschafft hatte.

"Zu sehen, wie schnell so etwas wie mit Mathias passieren kann, hat mich sicher etwas gebremst. Ich hatte in der Saison nach dem Unfall Probleme, das letzte Risiko zu nehmen", erklärte Streitberger, warum er nach seinem Debütsieg nicht sofort nachgelegt hatte.

Während er die Erinnerungen an den Unfall überwunden hat ("Außer man fragt mich danach"), ist Streitberger heute noch sauer, dass ihn eine Zeitung vergangenen Februar zum Sündenbock gemacht hatte. Man hatte ihm aufgrund Fotos im Internet ein "Saufgelage" unmittelbar vor der Olympia-Kombi angedichtet. "Nichts davon war wahr", wundert sich Streitberger heute noch. "Ich habe mich eine Woche vor dem Rennen mit dem Fanclub getroffen." Glücklicherweise hatte der Salzburger genügend Zeugen, um die Geschichte entkräften zu können.

Mit seinem zweiten Sieg hofft Streitberger aber, auch dieses Kapitel abgehakt zu haben. Erstmals durfte er sich vorbehaltlos freuen und tat dies auch. Es sei sein größter Tag, bestätigte er. "Zumindest beruflich und sportlich. Aber es gibt ja auch anderes als Skifahren."

Ganz so reibungslos lief freilich auch der siegreiche Tag in den Rocky Mountains nicht ab. Wegen seiner vollen Blase flitzte Streitberger unmittelbar nach der Siegerehrung zum Dopingtest. Der findet in Beaver aber in einer nur per Skidoo erreichbaren Waldhütte statt, wo ihn auch noch unnötiger Papierkram lange aufhielt. Die anschließende Hatz zum 200 km entfernten Flughafen in Denver bildete wie immer den hastigen Abschluss der Beaver-Rennen.

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