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Walchhofer holte ersten Saison-Sieg © APA (Hochmuth)

Michael Walchhofer und Georg Streitberger sorgen dafür, dass Österreichs nach einer sieglosen Saison so gescholtene

Michael Walchhofer und Georg Streitberger sorgen dafür, dass Österreichs nach einer sieglosen Saison so gescholtene Abfahrtsmannschaft mit der Abfahrt in Lake Louise und dem Super-G in Beaver Creek gleich zwei der ersten drei Speed-Rennen dieses Winters gewonnen hat. Die "Wiedergeburt" komplettierten Romed Baumann mit Platz drei in Lake Louise sowie Mario Scheiber als Abfahrtszweiter in Kanada.

Zwei Siege und insgesamt vier Podestplätze in drei Nordamerika-Speed-Rennen konnten sich wirklich sehen lassen und spiegelten die neue gute Stimmung wider. Abfahrtscoach Andreas Evers nahm das vor dem Heimflug zwar ebenfalls erfreut zur Kenntnis, zeigte sich aber nicht wirklich überrascht. "Wir hatten eine Super-Vorbereitung, im Sommer das nötige Wetterglück und damit sehr gute Trainingstage."

Vor allem aber die Wiedereinführung einer Abfahrtsgruppe sei das entscheidende Element gewesen, meinte der Salzburger. "Da kann man deutlich mehr in die Tiefe gehen", weinte der Ex-Vertrauenstrainer von Hermann Maier den Strukturen der Vergangenheit eher keine Träne nach.

Er freue sich jetzt sehr auf die Europa-Rennen, denn "beide Siegfahrten in Nordamerika waren beeindruckend. Wirklich erfreulich aber sei, "dass wir wieder eine kompakte Mannschaft haben, in der andere einspringen, wenn es für die Favoriten nicht läuft. Keiner ist unter den Erwartungen geblieben." Trainer Rainer Gstrein meinte: "Voriges Jahr hatten wir Einzelkämpfer, jetzt haben wir wieder ein Team."

Österreich hat also wieder eine erfolgreiche Abfahrtsmannschaft und die sorgte in Nordamerika mit ihren angeblich "pfeifenden" Anzügen auch für viel Belustigung. "So lange wir gut fahren, wird das wohl Thema bleiben", ist Berthold bewusst. "Wenn wir nicht mehr gut fahren, werden wir auch pfeifen. Aber aus dem letzten Loch", scherzte er.

Die ganze Mannschaft habe sich über dieses Thema köstlich amüsiert, berichtete Berthold. Natürlich habe man sich auf dem Materialsektor sehr bemüht ("wir sind ja keine Deppen"). "Aber wir sind auch kein Hightech-Sport wie die Formel 1. Bei uns zählt immer noch in erster Linie der Fahrer."

Michael Walchhofer brachte den wahren Nutzen der Diskussion auf den Punkt und scherzte. "Der Anzug alleine macht mindestens sieben Zehntel aus." Der tatsächlich größte Nutzen aber sei: "Alleine dass sich die Konkurrenz damit beschäftigt, ist ein Riesenvorteil für uns."

Die abgesagte Beaver-Abfahrt wird erst gegen Saisonende in Kvitfjell nachgeholt werden können, denn das dichte Renn-Programm lässt keine andere Lösung zu. Reisestress und Übermüdung waren bei der Ursachenforschung für die vielen Stürze und Verletzungen des Vorjahres als einer der Hauptgründe herausgekommen.

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