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Mario Scheiber derzeit Weltcup-Führender © APA (epa)

Die Wiedergeburt der ÖSV-Speedmannschaft, pfeifende Rennanzüge und am Ende das sensationellste Comeback seit jenem von Hermann

Die Wiedergeburt der ÖSV-Speedmannschaft, pfeifende Rennanzüge und am Ende das sensationellste Comeback seit jenem von Hermann Maier - die noch junge Alpin-Weltcupsaison hat in den ersten Wochen spannende Rennen, aber neben Top-TV-Quoten auch ein buntes Potpourri an Außergewöhnlichem geliefert.

Nach der Nordamerika-Tournee zeichnen sich zwei Trends ab. Bei den Damen will Maria Riesch endlich die Regentschaft von Lindsey Vonn brechen, bei den Herren ist der Kampf um die große Kugel so offen wie schon lange nicht. Das liegt weniger an der überraschenden Gesamtführung des österreichischen Speed-Spezialisten Mario Scheiber. Hatte sich aber im Vorjahr ein früher Trend in Richtung Carlo Janka abgezeichnet, ist bisher keiner der Kugel-Favoriten rund um Benjamin Raich, Janka, Aksel Svindal, Ivica Kostelic oder Didier Cuche besonders in Erscheinung getreten.

Raich hatte sogar doppeltes Pech. Nachdem er alle bisherigen Speedbewerbe bestritten hatte, wurden beim Technikspezialisten aus Tirol wieder die alten Rückenprobleme akut. Ob der im Weltcup nur auf Platz 19 liegende Raich nach dem erzwungenen Verzicht auf den Riesentorlauf in Beaver Creek schon kommendes Wochenende bei den nächsten Europa-Rennen in Val d'Isere (Riesentorlauf und Slalom) wieder starten wird, ist ebenso ungewiss wie das dortige Antreten von Daniel Albrecht.

Der Schweizer sorgte zum Ausklang der Nordamerika-Rennen mit seinem ersten Weltcupstart seit dem schweren Koma-Sturz vor 22 Monaten in Kitzbühel für ein sensationelles Comeback. Als 21. im Riesentorlauf von Beaver Creek fuhr er auf Anhieb wieder in die Punkte, das war seinerzeit nicht einmal Maier in Adelboden gelungen.

Mit Sicherheit weitergehen wird in Europa das Rätselraten um das angebliche Materialgeheimnis der ÖSV-Abfahrer. Dass man auch diesbezüglich aufgeholt hat, bestritt selbst der neue ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold nicht. "Wir stehen insgesamt ganz gut da im Verhältnis zur Weltspitze", registrierte Berthold zufrieden, dass seine Mannschaft nicht nur zwei Speed-Siege, sondern in jedem der vier Nordamerika-Rennen Podestplätze geholt hatte.

Die von Absagen bisher verschont gebliebenen Alpin-Damen halten nach den Nordamerika-Rennen bei bereits sieben Rennen, Riesch führt mit 514 Punkten relativ klar vor Busenfreundin Vonn (345). Vonn hat zwar gegenüber Riesch derzeit das Nachsehen, aber mit ihrem ersten Saisonsieg im Super-G auch das verhindert, was ihr selbst im Vorjahr Elisabeth Görgl vermasselt hatte: den "Hattrick" für Riesch in Lake Louise.

Görgl beendete in Kanada zwar eine lange Podestlosigkeit der ÖSV-Abfahrts-Damen, aber auch die Steirerin bangt wegen ihrer dort erlittenen Knieverletzung um die nähere Zukunft. Dafür hat sich bei Anna Fenninger (21) die Konzentration auf die Speedbewerbe ausgezahlt.

Als "sensationell" bezeichnet Cheftrainer Herbert Mandl die Plätze 5, 9 und 4 der einstigen Allrounderin aus Salzburg, die derzeit sogar Olympiasiegerin Andrea Fischbacher den Rang etwas abgelaufen hat. "Insgesamt ist im Speedbereich ein klarer Aufwärtstrend da", freute sich Mandl auf dem Heimweg von Lake Louise.

Für die Damen geht es nach den fünf Nordamerika-Rennen am kommenden Wochenende mit Super-G und Riesentorlauf in St. Moritz weiter und dort könnte auch Kathrin Zettel wieder dabei sein. Die an Hüftproblemen leidende Niederösterreicherin hat nach ihrer wochenlangen Auszeit mit Mandls Bruder Ewald am Hochkar trainiert und soll nun in Jerzens auch die unmittelbare Vorbereitung mit der Mannschaft auf St. Moritz mitmachen.

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