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Der Brasilianer war für seine Technik bekannt © APA (Archiv/Artinger)

Der ehemalige Austria-Wien-Spieler Waldemar Graciano, den Fußballfans in den Sechziger-Jahren besser als "Jacare" (Krokodil)

Der ehemalige Austria-Wien-Spieler Waldemar Graciano, den Fußballfans in den Sechziger-Jahren besser als "Jacare" (Krokodil) bekannt, ist am Montag im Alter von 72 Jahren in Innsbruck verstorben. Der Brasilianer, der von 1962 bis 1967 für die "Violetten" kickte und später in Tirol heimisch wurde, war für seine feine Technik bekannt. Jacare war seit einem Schlaganfall 1999 im Rollstuhl gesessen.

Die Austria holte Jacare 1962 als einen der ersten dunkelhäutigen Spieler in Österreich von Recife nach Wien. In fast sechs Jahren erzielte der nur 1,66 m große, quirlige Stürmer 50 Pflichtspieltreffer für den FAK, davon 24 in seiner ersten ganzen Saison 1962/63. "Er hat sich super eingelebt und war sehr beliebt", erinnerte sich Jacares ehemaliger Teamkollege und nunmehrige Austria-Sport-AG-Vorstand Thomas Parits.

Sechs Jahre und drei Meniskusoperationen später gab Jacare noch ein rund einjähriges Gastspiel bei der Vienna, heiratete eine Tirolerin und übersiedelte nach Innsbruck, wo er lange Jahre ein Schallplattengeschäft führte. Als Mitglied im Trainerstab von Erich Hof kehrte er 1979 noch einmal zur Wiener Austria zurück, zehn Jahre coachte er Teams in Saudi-Arabien. Im Sommer 1999 erlitt Jacare bei einer Radfahrt in Tirol einen Schlaganfall und saß seitdem im Rollstuhl. "Er hat trotz seines schweren Schicksals den Schmäh nie verloren", sagte Parits.

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