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Arnautovic: "Wichtige Aufgaben kommen jetzt erst" © APA (epa)

Werder Bremen hat beim Abschied aus der Champions League einen Sieg fürs Selbstvertrauen gefeiert. Der kriselnde deutsche

Werder Bremen hat beim Abschied aus der Champions League einen Sieg fürs Selbstvertrauen gefeiert. Der kriselnde deutsche Fußball-Bundesligist bezwang den lustlosen Titelverteidiger Inter Mailand am Dienstag 3:0 und versöhnte damit die heimischen Fans mit den ersten Sieg im abschließenden sechsten Gruppenauftritt. Positiv in Erscheinung trat dabei Werders Österreicher-Duo.

Sebastian Prödl (39.) und Marko Arnautovic (49.) per Volley erzielten die ersten beiden Treffer des Spiels für die Hanseaten. "Dieser Sieg wird uns viel Stärke und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. Die wichtigen Aufgaben für uns kommen jetzt erst in der Bundesliga", meinte Arnautovic nach dem Erfolgserlebnis gegen seinen Ex-Club, das den bemühten Bremern 800.000 Euro Weihnachtsgeld sicherte. Am Samstag wartet auf Werder auswärts mit Tabellenführer Borussia Dortmund schon ein weitaus härterer Konkurrent, als die nichts zum Unterhaltungswert der Partie beitragenden Italiener.

Für den langsam einsetzenden Bremer Aufwärtstrend könnte das Erfolgserlebnis im sportlich wertlosen Spiel immens wichtig sein. Zum dritten Mal en suite spielte Werder zu Null - eine Statistik, die auch Innenverteidiger Sebastian Prödl optimistisch in die Zukunft blicken ließ. "Ich würde noch nicht so weit gehen, dass bei uns wieder alles in Ordnung ist. Gegen Inter wollten wir zeigen, dass wir noch leben und weit unter unserem Wert geschlagen wurden. Jetzt wollen wir in der Bundesliga nachlegen", erklärte der Steirer.

Überbewerten wollte den klaren Erfolg gegen die Mailänder bei Werder keiner. Zu lustlos präsentierte sich der schon fix im Achtelfinale gestandene Titelverteidiger bei Minusgraden in Bremen. Trainer Rafa Benitez gönnte Spielern wie Wesley Sneijder oder dem erkrankten Lucio vor der anstehenden Club-WM in Abu Dhabi eine Pause. Angeschlagene Stars wie Diego Milito wurden geschont. "Die Club-Weltmeisterschaft ist unser nächstes Ziel, da wird die Einstellung eine andere sein", erklärte Benitez.

Der Spanier kassierte mit Inter die bereits siebente Pflichtspiel-Niederlage seiner erst seit Sommer laufenden Inter-Ära und damit genau so viele, wie sein Vorgänger Jose Mourinho in der gesamten vergangenen Saison. Als Gruppenzweiter wartet auf Italiens Triple-Gewinner nun auch ein möglicherweise harter Brocken. Die Auslosung für die Runde der besten 16 Teams findet am Freitag nächster Woche, 17. Dezember, in Nyon statt.

Als Spitzenreiter der Gruppe A ging nach sechs Partien Tottenham hervor. Die "Spurs" und Twente boten den Fans im Parallelspiel in Enschede ein unterhaltsames 3:3-Torspektakel. Dreimal ging Tottenham in Führung, dreimal gelang den Niederländern der Ausgleich. Für Unterhaltungswert sorgte vor allem der Führungstreffer der Gäste, bei dem Twente-Goalie Sander Boschker keine allzu glückliche Figur machte: Der 40-Jährige verfehlte nach einem Rückpass den Ball, der hinter ihm ins Netz kullerte.

Mitten drin war bis zur 73. Minute auch ÖFB-Teamkapitän Marc Janko, der gegen die Defensive der Londoner aber keinen Stich machte. "Ich hätte zwar gerne endlich mein erstes Tor in der Champions League erzielt, aber derzeit fehlt mir ein wenig das Glück. Das werde ich eben in der nächsten Saison nachholen", meinte der Mittelstürmer, der dreimal in aussichtsreicher Position scheiterte. Sein Trainer Michel Preud'homme lobte seinen Schützling. Janko habe "eine spielerisch und taktisch reife Leistung" geboten.

Der Austausch von Janko erfolgte verletzungsbedingt. Der 27-Jährige zog sich im linken Oberschenkel eine Zerrung zu, der Einsatz im anstehenden Liga-Spiel gegen Heerenveen am kommenden Sonntag ist deshalb fraglich. Twente spielt als Gruppendritter nun im Frühjahr in der Europa League weiter.

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