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Die Salzburgerin als neue Speed-Hoffnung des ÖSV © APA (epa)

Manchmal ist es doch besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Anna Fenninger hat diese Erfahrung in der noch jungen alpinen

Manchmal ist es doch besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Anna Fenninger hat diese Erfahrung in der noch jungen alpinen Ski-Weltcup-Saison gemacht und hält an ihrer neuen Taktik fest. Die Allrounderin lässt die Technikrennen beiseite und wird vorerst nur die schnellen Rennen bestreiten. Am Samstag kommt da für die Salzburgerin der Super-G von St. Moritz gerade richtig.

Da hat sie die Möglichkeit, die Ränge fünf und neun von den Abfahrten sowie vier vom Super-G von Lake Louise zu bestätigen. Eigentlich ist die 21-jährige Fenninger ja kaum zu bremsen - steht ein Rennen an, will sie am Start stehen. Als Junioren-Weltmeisterin im Super-G, Riesentorlauf und Kombination, Silbermedaillengewinnerin in Abfahrt und Super-G sowie Gewinnerin des Europacups (Gesamtwertung, Riesentorlauf) und Slalom-Dritte brachte sie bei ihrem Einstieg in den Weltcup im November 2006 in Levi die besten Voraussetzungen für eine mögliche zukünftige Gesamtweltcupsiegerin mit.

Doch im Elitebereich musste Fenninger dann erst einmal Lehrgeld bezahlen, als Zweite im Jänner 2009 im Super-G in Cortina landete sie erst einmal auf dem Weltcup-Podest. "Ich habe im vergangenen Jahr gemerkt, dass ich mich da in einen 'Wurschtel' reindrängen lassen habe, wo ich alles gefahren bin. Das hatte keinen Sinn mehr, deshalb wollte ich heuer etwas anders machen. Ich habe mich immer angestrengt, überall gut in Form zu sein. Jetzt konzentriere ich mich auf das, was im Vorjahr am besten gelaufen ist", erzählte Fenninger im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Die Entscheidung gegen die technischen Bewerbe, in denen sie derzeit auch höhere Startnummern hat, war gefallen, trotzdem ging Fenninger im Auftakt-Riesentorlauf in Sölden an den Start. "Die Vorbereitung war sehr gut, ich war gut drauf. Aber ich habe dann gesehen, dass Training und Rennen zwei verschiedene Sachen sind", meinte sie in Rückblick auf den ernüchternden Platz 50.

Umso mehr freut sie nun, dass die in Übersee angewandte Strategie aufging: "Es lief, wie ich mir das vorgestellt habe. Über gute Erfolge will ich mir Selbstvertrauen holen, damit es auch im Technischen wieder einmal hinhaut." Doch vorerst heiße es Verzicht üben, auch wenn das schwer für sie sei. "Im Moment ist es besser so."

Elisabeth Görgl (3. und 5.) und Andrea Fischbacher (10. und 5.) zeigten ebenfalls und auch zur Freude des Trainerteams in Kanada gute Leistungen. Weil das rot-weiß-rote Speedteam ohnehin klein ist, schmerzt der derzeitige Ausfall der Steirerin Görgl wegen eines Innenbandeinriss im Knie.

"Ich verstehe, dass jetzt gleich Druck von außen da ist und auf der Fischi und mir lastet. Aber ich fahre für mich. Es gibt immer Tage, an denen es nicht klappt", weiß Fenninger, die sich aber in St. Moritz etwas ausrechnet. "Im Super-G waren die Ergebnisse dort noch nicht so da, aber das kann ja noch kommen. Der Hang taugt mir auf jeden Fall." Als Topfavoritinnen reisten die US-Amerikanerin Lindsey Vonn und die Deutsche Maria Riesch in den Nobelort im Engadin an.

Die Tirolerin Nicole Hosp will nach der in Sölden erfolgten Rückkehr aus der Verletzungspause auch im Super-G wieder angreifen. Ein Comeback von Kathrin Zettel im sonntägigen dritten Saison-Riesentorlauf wird ebenfalls erwartet, sie war in Sölden als Siebente beste Österreicherin. In Aspen landeten vier ÖSV-Läuferinnen in den Top-Zwölf - 4. Görgl, 6. Fischbacher, 7. Hosp, 12. Margret Altacher.

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