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Hans Pum war beim Biathlonspektakel dabei © APA (Gindl)

Der neue ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hat sich am Wochenende in Hochfilzen erstmals vor Ort überzeugt, ob bei den Skijägern

Der neue ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hat sich am Wochenende in Hochfilzen erstmals vor Ort überzeugt, ob bei den Skijägern alles in geregelten Bahnen verläuft. Sportlich und organisatorisch sei alles im grünen Bereich, allerdings könnte die wirtschaftliche Situation der Biathlon-Sparte durchaus noch verbessert werden, betonte der ehemalige langjährige Alpinchef des ÖSV im Gespräch mit der APA.

Das Hinzukommen von neuen Sponsoren, wie etwa vor kurzem ein Energydrink-Hersteller, und die ORF-Liveübertragungen aller Herren-Rennen seien positiv, dennoch müsse noch einiges getan werden. "Der Biathlon ist auf einem guten Weg, aber derzeit kostet er noch. Es wird besser, aber es muss immer noch querfinanziert werden aus dem Alpinbereich und dem Skispringen", bekräftigte der Oberösterreicher. Biathlon sei für die Zuschauer attraktiv und stehe zurecht in der Beliebtheitsskala weit oben, deshalb sollte es möglich sein, noch neue Geldquellen zu erschließen, argumentierte Pum.

An der ausgezeichneten sportlichen Perspektive der ÖSV-Biathleten zweifelt Pum keineswegs. "Die Mannschaft ist stark beisammen. Ich bin überzeugt davon, dass es auch in dieser Saison wieder schöne Erfolge geben wird", betonte der 56-Jährige. Dem weiterhin schwächelnden Damensektor gesteht er noch einige Jahre an Entwicklungsarbeit zu. "Man muss sich herantasten, es müssen mehr Junge dazukommen", so Pum.

Die Zusammenarbeit mit den untergeordneten Spartenchefs wie Markus Gandler (Biathlon, Langlauf) verläuft laut Pum friktionsfrei. "Ich nehme niemanden etwas weg, es gibt keine Kompetenzstreitigkeiten. Das Ziel ist, dass wir die Erfahrungen, das Wissen bündeln, damit alle Sparten voneinander profitieren", sagte Pum, der aber auch beim Biathlon-Wochenende "seine" Alpinen keineswegs vergaß und sich alle Ski-Übertragungen im TV ansah.

Wehmut komme dabei keine auf, bekräftige er. "Die neuen Position ist eine Herausforderung, die Spass macht, weil sonst hätte ich es nicht gemacht. Ich war 33 Jahre bei den Alpinen. Ungewohnt ist es nicht für mich, sondern für die anderen, die sich wundern, dass ich jetzt oft bei den Nordischen bin", sagte der Oberösterreicher. Auch der nach dem schwachen Olympiawinter als Herren-Cheftrainer abgelöste Anton Giger zitterte in Hochfilzen vor dem Fernseher mit den Skifahrern mit. Giger ist Leiter der neuen Wissenschaftsabteilung des Skiverbandes und soll technische Entwicklungen vorantreiben.

Während Pum für den Biathlon eine durchaus rosige Zukunft sieht, bezeichnete er die Nordische Kombination als Problemfall. "Die Kombination wird bei weitem unter ihrem Wert geschlagen, vonseiten der FIS muss man da Akzente setzen. Es gibt ein Funktionärsproblem, das muss geändert werden. Ich sehe diese Saison als Talboden", meinte Pum in Richtung Weltverband. Seiner Meinung nach sollte der Kombinationsweltcup so oft als möglich zeitgleich am selben Ort wie die Spezialspringern gastieren, das spare Kosten und schaffe zudem neuen Werbemöglichkeiten.

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