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Ried ist Herbstmeister und Winterkönig © APA (rubra)

Die SV Ried überwintert als Tabellenführer. Zwei Monate bis zur nächsten Runde am 12. Februar sind eine lange Zeit, um sich

Die SV Ried überwintert als Tabellenführer. Zwei Monate bis zur nächsten Runde am 12. Februar sind eine lange Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen, wo die sensationelle Reise im Frühjahr hinführen könnte. Trainer Paul Gludovatz will auch in Zukunft nicht auf die Tabelle schauen. Dort stehen die Rieder nach einem 1:0-Sieg am Samstag gegen Wr. Neustadt seit der 14. Runde an der Spitze.

"Es ist eine unheimliche Geschichte, die da bei uns abläuft", erklärte Ried-Manager Stefan Reiter, der das Team im Winter noch um einen Stürmer verstärken will. "Wir haben eine gute Mannschaft, aber das wäre für den gesamten Kader sehr gut." Die Winterkrone sicherte der Spanier Nacho, der mit seinen im Sommer geholten Landsleuten Carril und Guillem für genau die Hälfte der bisher 30 Rieder Saisontreffer verantwortlich zeichnet.

Die Innviertler haben fünf der vergangenen sieben Spiele gewonnen, Gludovatz stieg dennoch einmal mehr auf die Euphoriebremse. Schon in der Vorsaison hatten die Rieder im Frühjahr nur elf Punkte aus 17 Spielen geholt, waren damit zweitschlechtestes Team nach Austria Kärnten. "Ich werde auch in Zukunft nicht auf die Tabelle schauen", versicherte "Winterkönig" Gludovatz, kündigte stattdessen ab 5. Jänner eine harte Vorbereitung an.

Erst dann werde man sich neue Ziele für das Frühjahr stecken, meinte Kapitän Oliver Glasner. "Es ist am Schwierigsten, Erfolge zu bestätigen", erinnerte der Abwehrchef. Gelegenheit dazu erhalten die Rieder schon in der ersten Frühjahrsrunde, wenn sie bei der Wiener Austria gastieren. Der Vizemeister liegt nach einem glücklichen 2:1-Sieg in Mattersburg zum Jahresabschluss fünf Punkte zurück.

Die Austria ist mit 21 Zählern aus zehn Spielen die beste Auswärtsmannschaft der Liga, könnte aber bereits im Winter Teamverteidiger Aleksandar Dragovic abgeben. Der 19-Jährige dürfte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Bei einem Jänner-Transfer würde die Austria neben der Ausbildungsentschädigung zumindest noch eine Ablösesumme erhalten.

"Bis Sommer ist noch lange Zeit", erklärte Dragovic, der in Mattersburg mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war. "Ich werde im Frühjahr in Wien sein." Gleiches gilt zumindest auch für die zweite heiße Aktie, Spielmacher Zlatko Junuzovic, der bis 2012 an den Club gebunden ist. "Ich kann hundertprozentig sagen, dass ich bis Sommer für die Austria spiele", versprach der 23-jährige Offensivspieler. "Danach werden wir weitersehen."

Einen viel größeren Aderlass befürchtet Wr. Neustadt, zumal Geldgeber Frank Stronach zu Sturm Graz abwandert. "Einige Spieler haben Angebote", bestätigte Trainer Peter Schöttel, der auf Platz sechs überwintert. Der Abstiegskampf könnte nach einem 2:2 zwischen Kapfenberg und dem LASK zu einem Duell der Linzer mit Mattersburg werden. Die Kapfenberger haben als Achter weiterhin 13 Punkte auf den LASK und elf auf Mattersburg gut.

Dem LASK waren in der Steiermark allerdings zwei reguläre Tore zu Unrecht wegen Abseits aberkannt worden. "Das ist in unserer Situation natürlich doppelt bitter", betonte Georg Zellhofer, der nach fünf vergeblichen Anläufen weiter auf seinen ersten Sieg als LASK-Trainer wartet. Aus den acht abschließenden Herbstrunden haben die Linzer nur zwei magere Punkte geholt. "Wir müssen uns für das Frühjahr etwas überlegen", gestand Zellhofer.

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