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Hirscher liebt Val d'Isere © APA (epa)

Mit feuchten Augen hat Marcel Hirscher am Sonntag erleben dürfen, wie bereits zum zweiten Mal zu seinen Ehren in Val d'Isere die

Mit feuchten Augen hat Marcel Hirscher am Sonntag erleben dürfen, wie bereits zum zweiten Mal zu seinen Ehren in Val d'Isere die österreichische Bundeshymne gespielt wurde. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seinem ersten Weltcup-Erfolg im Riesentorlauf legte der 21-Jährige in den französischen Alpen seinen Premieren-Sieg im Slalom nach.

"Val d'Isere ist der perfekte Ort für mich. Der Hang mag mich und ich mag ihn", meinte Hirscher, dessen Karriere immer mehr Fahrt aufnimmt. "Unglaublich, wie schnell alles geht", wunderte sich sogar der Shootingstar selbst. Auch sein Pech in Val d'Isere während der WM 2009 ist spätestens seit Sonntag vergessen. "Das habe ich Val d'Isere längst verziehen", erklärte Hirscher, der bei den Titelkämpfen im Riesentorlauf um 0,07 Sekunden eine Medaille verpasst hatte und in der Super-Kombi sowie im von Manfred Pranger gewonnenen Slalom ausgeschieden war.

Für die ÖSV-Herren gab es im siebenten Saison-Bewerb bereits den dritten Sieg. Dabei hatte sich Hirscher vor dem Rennen überhaupt noch nicht in Slalom-Höchstform gewähnt. "Auch beim Fahren habe ich mich nicht schnell gefühlt. Ich hätte nicht gedacht, dass es für den Sieg reicht", betonte Hirscher, um den sich ein harmonierendes Betreuer-Team gebildet hat. Neben ÖSV-Slalom-Cheftrainer Christian Höflehner spielt vor allem Vater Ferdinand Hirscher eine wichtige Rolle.

Die Zusammenarbeit hat auch am Sonntag perfekt funktioniert. In der Früh steckte Hirscher senior einige Slalomtore, dabei wurden die für die Verhältnisse perfekten Ski herausgetestet. Und vor dem zweiten Durchgang, in dem vor Hirscher zahlreiche Läufer ausgeschieden waren, analysierte Ferdinand die prekäre Stelle heraus und gab die Informationen über Höflehner sofort an seinen Sohn weiter. "Da hab' ich dann besonders aufgepasst, das Zusammenspiel ist perfekt", sagte der Junior.

Mit väterlichem Stolz berichtet Ferdinand über die Stärken von Marcel: "Bei ihm passen das Menschliche und das Sportliche sehr gut zusammen. Er ist zielstrebig und ehrgeizig, aber trotzdem locker, positiv und umgänglich." Auch Atomic-Rennchef Rudi Huber ist begeistert. "Bei Marcel fallen zwei Dinge auf: seine Kontinuität und sein Vertrauen, mit dem er das Potenzial des Materials gerade bei schwierigen Verhältnissen ausreizt."

ÖSV- und Atomic-Kollege Benjamin Raich hat "vollen Respekt" vor seinem um elf Jahre jüngeren potenziellen Nachfolger: "Er ist ein genialer Skifahrer. Er ist sehr jung und meistert die Situationen perfekt."

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