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Bereut Abgang aus Europas Topligen nicht © APA (Gindl)

Fußball-Superstar Thierry Henry hat eine zweitägige Stippvisite in Salzburg dazu genützt, dem österreichischen Meister ein

Fußball-Superstar Thierry Henry hat eine zweitägige Stippvisite in Salzburg dazu genützt, dem österreichischen Meister ein Kompliment auszusprechen. Seine Karriere wird der 33-jährige Franzose aber definitiv in Übersee ausklingen lassen. Henrys Vertrag bei den New York Red Bulls läuft noch vier Jahre. "Den will ich auch erfüllen", erklärte er am Dienstag im Red-Bull-Trainingszentrum in Taxham.

Henry war im Sommer nach der für Frankreich blamablen WM vom FC Barcelona nach New York gewechselt. Dort genießt er nicht nur den Fußball, sondern auch das Leben. Häufig ist er bei Basketball-Spielen anzutreffen, die Stadt hat es ihm sowieso angetan. "Ich liebe New York. Es war großartig, seit ich dorthin gekommen bin", erklärte Frankreichs Rekordtorschütze. "Und auch der Club ist dabei, einer der größten und besten in den USA zu werden."

In der abgelaufenen Saison, in der Henry von mehreren kleineren Verletzungen zurückgeworfen worden war, waren die Red Bulls als bestes Team der Eastern Conference in der ersten Play-off-Runde überraschend an den San Jose Earthquakes gescheitert. Das Niveau der Liga sei aber deutlich höher als in Europa vermutet, betonte Henry. "Ich würde viele Teams einladen, in der MLS zu spielen. Vertraut mir, sie würden nicht viele Spiele gewinnen."

Die Organisation in New York stehe jenen seiner Ex-Clubs Arsenal oder Barcelona kaum nach. "Wir haben ein neues Stadion - und hoffentlich bald auch ein Trainingszentrum ähnlich dem hier in Salzburg", sagte Henry mit einem Augenzwinkern in Richtung Red Bulls Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer. Ziel sei in den nächsten vier Jahren der Meistertitel. Auch nach Ende seines Vertrages will Henry dem Sport erhalten bleiben - in welcher Funktion auch immer.

Seinen Abgang aus Europas Topligen bereut der Franzose auf keinen Fall. "Ich bedaure nichts. Ich bin sehr glücklich, dort zu sein, wo ich jetzt bin", betonte Henry. "Ich habe alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Es war die richtige Zeit für mich, zu gehen." Der Angreifer ist mit 226 Pflichtspieltoren nicht nur Rekordschütze von Arsenal, sondern hatte 2009 mit Barcelona in einem Jahr auch Meisterschaft, Cup und Champions League geholt.

Die Katalanen sind für Henry auch im aktuellen Weltfußball das Maß aller Dinge. "Ich denke nicht, dass im Moment jemand besser spielen kann als Barcelona. Es ist nicht normal, wie sie spielen", sagte der 33-Jährige. Es sei aber unmöglich, das Niveau verschiedener Ligen zu vergleichen. Das gelte auch für die MLS. Die an Katar vergebene WM 2022 wäre für den Fußball in den USA zwar eine Chance gewesen. "Die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten", meinte Henry.

Der Weltstar war am Montag mit zwei Managern nach Salzburg gekommen, reiste am Dienstag bereits nach London weiter. Weihnachten verbringt er mit seiner Familie in Barcelona. Vom Umfeld in der Mozartstadt zeigte sich Henry, der sich leger mit Kapuzenpulli präsentierte, angetan. "Sie haben auch ein gutes Team und Chancen auf die Champions League", sagte Henry. "Zuerst muss man aber einmal die Liga gewinnen." Auf prominente Verstärkung durch den Mann mit dem Kapuzenpulli dürfen die Salzburger Fans dabei nicht hoffen. Beiersdorfer: "Gast heißt leider, dass er vorbeischaut und nicht für immer bleibt."

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