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Stevens: "Jedes Spiel wichtig" © APA (Archiv/EXPA/S.Trimmel)

Sportlich ist das Spiel bereits bedeutungslos. Dennoch will sich Österreichs Fußball-Meister Salzburg am Donnerstag (19.00 Uhr)

Sportlich ist das Spiel bereits bedeutungslos. Dennoch will sich Österreichs Fußball-Meister Salzburg am Donnerstag (19.00 Uhr) ehrenvoll aus der Europa League verabschieden. Die Salzburger stehen in Gruppe A als Tabellenletzter fest, Gegner Lech Posen dagegen ist schon fix in der K.o.-Phase. "Für mich sind aber jedes Training und jedes Spiel wichtig", betonte Salzburg-Trainer Huub Stevens.

Seine Mannschaft wartet bereits sieben internationale Spiele vergeblich auf einen vollen Erfolg. Nur einen einzigen Treffer haben die Salzburger in der Gruppenphase erzielt - weniger als jedes andere Team. Im Vorjahr hatten die Salzburger ihre Gruppe noch mit sechs Siegen gewonnen. "Letztes Jahr haben wir für eine Überraschung gesorgt, weil wir noch nicht so bekannt waren. Heuer hat uns niemand mehr unterschätzt", erklärte Stevens.

Zudem sei die Gruppe mit Tabellenführer Manchester City und Juventus Turin stärker gewesen als im Vorjahr mit Villarreal und Lazio Rom. Die Rolle des Sensationsteams nahm diesmal Posen ein. "Bei der Auslosung hat uns niemand auch nur ansatzweise eine Chance gegeben", erinnerte Lech-Torhüter Krzysztof Kotorowski. "Drei Punkte wären schon ein Wunder gewesen." Dank vier Toren des Letten Artjoms Rudnevs hat man nun sogar Chancen auf den Gruppensieg.

Neuer Trainer der Polen ist der ehemalige Barcelona-Star Jose Mari Bakero, der Ende Oktober Jacek Zielinski abgelöst hatte. Vor einem Comeback steht der polnische Teamspieler Tomasz Bandrowski. Die Salzburger bangen neben ihren Langzeitverletzten Eddie Gustafsson, Christian Schwegler, Andreas Ulmer, Dusan Svento und Robin Nelisse auch um den Einsatz der angeschlagenen Martin Hinteregger, Franz Schiemer und Christoph Leitgeb.

Stevens will dennoch seine bestmögliche Mannschaft aufbieten, geht es neben Punkten für die UEFA-Fünfjahreswertung und die Setzliste für zukünftige Qualifikationen doch auch um einen ehrenvollen Jahresabschluss. "Es ist das letzte Spiel, das kann man an den Spielern auch spüren", gestand der Niederländer. "Eine schwere Meisterschaft und ein schweres internationales Geschehen verkraftet man leichter, wenn der Erfolg da ist."

Der war zuletzt nur in der Liga dagewesen. Dort sind die Salzburger seit sechs Runden ungeschlagen und überwintern auf Platz drei. Wegen der vielen Verletzungen, die Stevens als Hauptgrund für das Leistungsdefizit im Vergleich zum Vorjahr betrachtet, soll im Winter auch auf dem Transfermarkt zugeschlagen werden. Eine öffentliche Herbst-Bilanz wollte der Trainer nicht ziehen. "Mein Urteil ist nicht so wichtig, es bleibt intern."

Das 50. Europacup-Spiel der Salzburger Geschichte (bisher 21 Siege, sechs Remis und 22 Niederlagen) könnte zu einem "Auswärtsspiel" werden. 3.000 polnische Fans haben sich angekündigt, bei Temperaturen deutlich unter Null werden auch nicht mehr Salzburger erwartet. In der Liga hatten die 5.300 Zuschauer im Spitzenspiel gegen Sturm Graz (2:1) zuletzt einen neuerlichen Minusrekord in der Red-Bull-Ära (seit 2005) bedeutet.

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