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Theo Zwanziger fordert genaue Klärung © APA (Archiv/epa)

Nun hat sich auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, kritisch zur WM-Vergabe durch die FIFA

Nun hat sich auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, kritisch zur WM-Vergabe durch die FIFA geäußert. "Das deutliche Ergebnis für Katar hat auch mich überrascht. Die Vergabe einer WM, das steht außer Frage, darf nicht erkauft werden. Diese Verdachtsmomente werden derzeit in den Medien erhoben. Das macht nachdenklich und bedarf einer sehr genauen Klärung", so der DFB-Boss.

Katar hatte überraschend den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2022 erhalten. Zwanziger warnte allerdings vor generellem Misstrauen. "Mehr als einen Verdacht kann ich im Moment noch nicht erkennen", meinte Zwanziger. Beckenbauer hatte am Dienstag überraschend seinen Unmut über die Kommunikationspolitik der FIFA am Wahltag geäußert. Der "Kaiser" sah sich als stimmberechtigtes Exekutivmitglied nicht darüber informiert, dass die Wahlergebnisse im Detail veröffentlicht werden. Zudem fand er den Umgang mit den Wahl-Verlierern respektlos.

"Sollte ich in das FIFA-Exekutivkomitee gewählt werden, werde auch ich mich diesen Aufgaben und die nötigen Fragen stellen", kündigte Zwanziger an, sich den Themen Transparenz und Anti-Korruption in der Fußball-Weltregierung widmen zu wollen. "Es muss daran gearbeitet werden, dass Entscheidungsverfahren in solch sportlich wichtigen und wirtschaftlich immens bedeutenden Angelegenheiten in jedem Schritt sichtbarer in der Öffentlichkeit beschrieben werden", mahnte der 65-Jährige.

Zwanziger, der nach dem freiwilligen Verzicht Beckenbauers im kommenden Jahr für einen Sitz in der FIFA-Exekutive kandidieren wird, forderte für künftige WM-Vergaben eine "nachvollziehbare Vorauswahl nach strengen Qualitätsvorgaben durch eine unabhängige Evaluierungskommission mit externen Sachverständigen". Vorwürfe, der DFB sei FIFA-unkritisch, da auch bei der Vergabe für die WM 2006 Korruption eine Rolle gespielt habe, wies Zwanziger als "unverschämt" und "respektlos" gegenüber dem damaligen Chef-Organisator Beckenbauer zurück.

Zu einer Wiederwahl des durch die Manipulationsvorwürfe gegen Mitglieder seines Topgremiums angeschlagenen Schweizer FIFA-Chef Joseph S. Blatter im kommenden Jahr sieht Zwanziger derzeit keine Alternative. "Was hätten wir als DFB denn für einen Grund, einen neuen FIFA-Präsidenten zu suchen", fragte Zwanziger.

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