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Wiener hielten wenigstens eine Halbzeit mit © APA (epa)

Für Rapid hat die Gruppenphase der Fußball-Europa-League so geendet, wie sie begonnen hat - mit einer verdienten

Für Rapid hat die Gruppenphase der Fußball-Europa-League so geendet, wie sie begonnen hat - mit einer verdienten Auswärtsniederlage gegen eine deutlich bessere Mannschaft. Während die Hütteldorfer beim 0:3 in Porto völlig chancenlos gewesen waren, durften sie nach dem 0:2 gegen Besiktas in Istanbul immerhin für sich in Anspruch nehmen, wenigstens eine Hälfte lang gut mitgehalten zu haben.

Trainer Peter Pacult trauerte den vergebenen Möglichkeiten in den ersten 45 Minute nach. "Leider haben wir in dieser Phase kein Tor gemacht", kritisierte der Wiener, musste aber auch eingestehen, dass "die Mannschaft gewonnen hat, die reifer war und weniger Fehler gemacht hat".

Was die Fehler betraf, war die Partie laut Pacult "symptomatisch" für zumindest fünf der sechs Auftritte in Gruppe L, in der es schließlich mit drei Punkten noch zu Platz drei vor ZSKA Sofia reichte. "Vor allem beim ersten Gegentor haben wir uns kläglich verhalten", meinte der Coach. Diverse Aussetzer zogen sich durch sämtliche Spiele in der Gruppenphase. "Wir haben zu viele Eigenfehler gemacht, die zu Toren führten", analysierte Pacult.

Verärgert war der 51-Jährige aber nicht nur über die Konzentrationsschwächen in seiner Mannschaft, sondern auch über das Verhalten von Besiktas-Star Ricardo Quaresma, der Andreas Dober ungestraft angespuckt hatte. "Leider hat das der Schiedsrichter nicht geahndet, und der vierte Offizielle hat es nicht sehen wollen, denn ich bin sicher, dass er es gesehen hat."

Pacult riet dem Schützen des ersten Besiktas-Tores zu einem Betätigungsfeld abseits des Fußballplatzes. "Wenn ein Spieler einen anderen anspuckt, gehört er in den Zoo. Lamas spucken. Dieser gute Fußballer ist er mit so einer Aktion sicher nicht. Wenn das ein Spieler von mir macht, gibt's eine saftige Geldstrafe."

Rapids Empörung über die Truppe des deutschen Trainers Bernd Schuster beruhte an diesem Abend auf Gegenseitigkeit. "In Spielen, in denen es um nichts mehr geht, kann ich nicht verstehen, warum man so aggressiv wie Rapid auftreten muss, dass sich vielleicht noch ein Spieler verletzt", grantelte Schuster.

Sein Widerpart sprach nach dem letzten Spiel des Jahres zwar von einem "durchwachsenen" Herbst, wirklich unzufrieden war Pacult mit dem bisherigen Saisonverlauf jedoch nicht. "Wir haben durch Abgänge und Ausfälle an spielerischer Qualität verloren. Trotzdem haben wir zuletzt in der Meisterschaft den Abstand verringert und sind auch noch im Cup dabei."

Damit die Titelchancen in Liga und Pokal so lange wie möglich intakt bleiben, soll die Mannschaft im Winter verstärkt werden. "Der Verein hat mir signalisiert, dass wir einen Spieler holen könnten. Aber wo gibt's den, der hinten für Stabilität, im Mittelfeld für Kreativität und vorne für Tore sorgt?", fragte sich Pacult.

Bisher ist noch nicht einmal die Entscheidung gefallen, an welcher Position nachjustiert wird, was auch mit der unklaren Zukunft von Steffen Hofmann und Veli Kavlak zu tun hat. Hofmann weiß nicht, ob er beim Trainingsauftakt am 7. Jänner wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, Kavlak wiederum könnte den Rekordmeister in Richtung Ausland verlassen.

Der ÖFB-Teamspieler durfte Rapid in seinem möglicherweise letzten Auftritt im grün-weißen Trikot erstmals aufs Feld führen. "Er war zu Recht Kapitän. Und das hat bei mir einen Stellenwert, wenn ich einem Spieler diese Aufgabe übertrage", erklärte Pacult, der auch einem Ex-Rapid-Kapitän eine Chance gab.

Helge Payer kam erstmals seit drei Monaten wieder zum Einsatz, zeigte bei Schüssen von Quaresma und Roberto Hilbert zwar Unsicherheiten, aber bei Chancen von Fabian Ernst und Mert Nobre auch seine Qualitäten. Die Degradierung zur Nummer zwei hinter Raimund Hedl nagt nach wie vor am Ex-Teamgoalie, der einen Abschied nicht ausschließt. "Ich werde mir im Frühjahr gemeinsam mit meiner Familie Gedanken machen und schauen, was sich auftut", kündigte der Oberösterreicher an.

Konkrete Angebote gebe es derzeit zwar nicht, doch seit der vergangenen Woche "zwei, drei interessante Anfragen. Die werde ich mir anschauen, aber natürlich mit dem Hintergedanken, dass ich bei Rapid wieder spielen könnte, weil ich gut drauf bin", sagte Payer.

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