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Görgl fuhr Bestzeit im Abfahrtstraining © APA (epa)

Eine Woche nach den Herren tragen die Alpin-Damen in Val d'Isere ihre Weltcuprennen aus. Gefahren wird aber nicht auf der

Eine Woche nach den Herren tragen die Alpin-Damen in Val d'Isere ihre Weltcuprennen aus. Gefahren wird aber nicht auf der WM-Piste, sondern auf der klassischen OK-Strecke in La Daille. Dort machte sich Elisabeth Görgl im Abfahrts-Abschlusstraining mit einer überlegenen Bestzeit zu einer Mitfavoritin für die drei Bewerbe in Frankreich. Den Beginn macht der Super-G am Freitag um 10.30 Uhr.

Gleich sechs Zehntel Vorsprung auf die Slowenin Tina Maze und schon über eine Sekunde auf die drittplatzierte Weltcup-Führende Maria Riesch hatte die Steirerin am Donnerstag bei Kaiserwetter, aber extrem kalten Temperaturen. Auf der stumpfen Spur erwischte Görgl nicht nur im oberen Gleitteil, sondern auch beim Colombin-Sprung eine perfekte Linie.

Görgls Leistung ist umso erstaunlicher, als sie sich Anfang Dezember in Kanada einen Innenbandeinriss im linken Knie zugezogen hatte. Mit Osteopathie und Muskelstärkung kam die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin aber um eine mehrwöchige Pause herum und wurde vor einer Woche im der Schweiz bereits wieder Elfte im Riesentorlauf.

Görgl muss zwar weiterhin ihre vom Tiroler Osteopathen Walter Murauer (kümmert sich nun auch um Gregor Schlierenzauer) angeordneten Übungen machen, hat dafür aber auch nicht die geringsten Probleme. "Mein Knie ist stabil, ich habe keine Einschränkungen und kann voll fahren", erklärte die 29-jährige Wahl-Innsbruckerin aus Kapfenberg. Ihr Bestzeit erklärte sie selbst damit, dass sie auf den Super-G hin bereits annähernd Rennbedingungen simuliert habe. "Ich habe aber trotzdem noch Reserven", machte Görgl klar, dass mit ihr in den kommenden Tagen zu rechnen sein wird.

Das Rennen an der Spitze heißt aber wie zuletzt in Lake Louise Riesch gegen Lindsey Vonn, die im Training nach einem Sturz einer anderen Läuferin abgewunken worden war und zweimal auf die kräfteraubende Strecke musste. "Die beiden sind in Superform und wohl kaum zu biegen. Vor allem Vonn war in Kanada brutal schnell, ich bin gespannt, ob sie das hier wiederholen kann", sagte ÖSV-Speedchef Jürgen Kriechbaum.

Zu jenen, die mit ein wenig Abstand folgten, "gehören aber auch wir", ist Kriechbaum überzeugt. Er traut nicht nur Görgl, sondern auch Olympiasiegerin Andrea Fischbacher und Anna Fenninger einiges zu. "Die drei sind mehr oder weniger auf einer Ebene".

Kriechbaums Hoffnungen in beiden Speedrennen lauten daher "Stockerlplätze". "Siege", so der Abfahrtschef, "sind vermutlich noch nicht drin". Cheftrainer Herbert Mandl hofft, "dass wir die ansteigende Tendenz von Lake Louise in den Speed-Disziplinen beibehalten können". Der letzte rot-weiß-rote Sieg im Super-G durch Görgl ist allerdings schon knapp ein Jahr (Lake Louise 2009) her, der letzte ÖSV-Abfahrtssieg durch Fischbacher passierte Ende Februar 2009 in Bansko und ist also bald zwei Jahre her.

Wegen der Absage in St. Moritz mit einwöchiger Verspätung gibt am Freitag nun auch Nicole Hosp im Super-G ihr Speed-Comeback. Den letzten Startplatz sicherte sich Christina Staudinger gegenüber Stefanie Moser. Nach tagelangem Schönwetter macht die Wetterprognose allerdings ein wenig Sorgen, für Freitag ist Neuschnee angekündigt.

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