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35-jährige Salzburger zählt zu den Topfavoriten © APA (Archiv/Hochmuth)

Auf Michael Walchhofers Abschieds-Tournee-Plan steht am Samstag (12.15 Uhr) ein echter Klassiker. Der Salzburger wird sich zum

Auf Michael Walchhofers Abschieds-Tournee-Plan steht am Samstag (12.15 Uhr) ein echter Klassiker. Der Salzburger wird sich zum letzten Mal die Saslong in Gröden hinunterstürzen. Nach seinen Siegen 2007 und 2008 zählt der 35-jährige Salzburger auch bei seinem Abschieds-Ritt über die Kamelbuckeln zu den Topfavoriten.

Dass die Form stimmt, hat Walchhofer in Lake Louise und auch in den Gröden-Trainings unter Beweis gestellt. Der Sieg in Kanada, der erste eines Österreichers in der Abfahrt nach 630 Tagen, war auch für Walchhofer ein besonderer. "Das war eine Erleichterung und eine Bestätigung. Ich weiß jetzt, dass ich es noch kann. Aber ich will noch mehr, keine Frage."

Im vergangenen Olympia-Winter war der Routinier zu oft mit der Brechstange unterwegs gewesen. "Ich wollte es erzwingen, das hat sich dann in meinen Fahrten niedergeschlagen. Ich hatte mich und das gute Gefühl noch nicht wirklich gefunden gehabt", erinnerte sich Walchhofer.

Das schaut jetzt ganz anders aus. "Man muss schon aggressiv fahren, aber ich bin heuer spielerisch unterwegs. Gerade hier in Gröden muss man mit dem Gelände auch spielen und darf nicht nur dagegenhalten. Momentan schaut es nicht schlecht aus, das könnte sich zu einem Topgefühl aufbauen", berichtete Walchhofer.

Nach eigener Einschätzung befindet sich Walchhofer genau im Plansoll. "Ich bin so auf dem Weg, wie ich es mir vorgestellt habe." Dieser Weg soll ihn im Idealfall zum vierten Triumph im Abfahrts-Weltcup führen. Die Kristallkugel wäre für Walchhofer nämlich mehr wert als eine WM-Medaille in Garmisch-Partenkirchen.

"Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich die Kugel nehmen. Mit der vierten Kugel abzutreten, das wäre eine geile Geschichte", so Walchhofer, der Abfahrts-Weltmeister von 2003. In diesem Fall wäre Walchhofer nämlich hinter Franz Klammer (fünfmal Abfahrts-Weltcup-Sieger) der einzige Abfahrer mit vier Kugeln.

Eine weitere Saison mit Walchhofer scheint zu 99,9 Prozent ausgeschlossen, die Weichen für die Zukunft sind ohnedies längst gestellt. Als Hotelier und dreifacher Vater dürfte auch ohne den Adrenalinkick auf den schwierigsten Abfahrten des Weltcups nicht zu viel Langeweile aufkommen.

"Ich bin von der Richtigkeit meiner Entscheidung überzeugt. Und ich bin überzeugt, dass mein Leben abseits des Sports genügend Befriedigung bringen wird", so Walchhofer, der sich inmitten eines Wirtschaftsfernstudiums zum Master of Business Administration befindet.

Gröden hat Walchhofer diesmal auch im Sommer beschäftigt. Gemeinsam mit Vater Rupert, einem Bergführer und dem ebenfalls ortskundigen FIS-Renndirektor Helmuth Schmalzl hat er in einer 16-stündigen Tour den 3.181 Meter hohen Langkofel bestiegen.

Walchhofers erste Herausforderer am Samstag sind aus dem eigenen ÖSV-Lager Klaus Kröll und Mario Scheiber. Zu den Favoriten zählen auch Didier Cuche (SUI), Christof Innerhofer (ITA), Bode Miller (USA) und Aksel Lund Svindal (NOR).

Überraschungen sind vor allem in Gröden nie auszuschließen. Das hat sich auch im Training gezeigt, in dem der Deutsche Andreas Sander mit Startnummer 64 Dritter wurde. Der Sieger wird also für sein Preisgeld von 20.000 Euro womöglich lange zittern müssen.

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