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Romed Baumann sauste auf den zweiten Platz © APA (epa)

Die angeblich vor Geschwindigkeit pfeifenden Anzüge der österreichischen Abfahrer sind nach wie vor der Running Gag, aber auch

Die angeblich vor Geschwindigkeit pfeifenden Anzüge der österreichischen Abfahrer sind nach wie vor der Running Gag, aber auch ein ernsthaftes Diskussionsthema im alpinen Ski-Weltcup. "Wir haben ein Pfeiferl eingebaut, um die Konkurrenz zu verunsichern", meinte ein gut gelaunter ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel nach den Rängen zwei, vier und fünf beim Abfahrts-Klassiker am Samstag in Gröden.

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum war ebenfalls zufrieden, zu den neuen, angeblichen Wunderanzügen von Walchhofer und Co. meinte der Oberösterreicher: "Wundermaterial gibt es keines. Es wird einfach sehr viel in den Bereichen Stoff, Windkanal, Passform gearbeitet, da werden verschiedene Sachen optimiert. Und es wird hervorragend trainiert. Und das macht sich jetzt alles bemerkbar."

In Gröden "pfiffen" aber auch die Schweizer gewaltig. Silvan Zurbriggen - der mit Pirmin Zurbriggen nur weitschichtig verwandte 29-Jährige war lange Zeit eigentlich nur als Slalom-Spezialist bekannt - sorgte für den ersten Schweizer Abfahrtssieg in Gröden seit 18 Jahren (William Besse).

Dider Cuche, der seit Lake Louise immer wieder auch öffentlich über die ÖSV-Anzüge rätselt, wurde Dritter. Cuche versuchte sich nach dem Rennen als Imitator der Anzüge aus der Schweiz und aus Österreich und pfiff während der Sieger-Pressekonferenz fröhlich vor sich hin.

Fröhlich berichtete auch Baumann aus der Biathlon-Hochburg Hochfilzen nach Rang zwei: "Das ist sicher einer der wertvollsten Momente meiner bisherigen Karriere. Aber ich hoffe, dass noch einige dazukommen." Am Vortag hatte der Tiroler nach Platz fünf im Super-G noch ein Stockerlergebnis in der Abfahrt angekündigt, "aber das war eigentlich ein Schmäh".

Durch Cuches Rückfall auf Rang drei blieb Topfavorit Walchhofer der kleine Trost, dass er nach wie vor ältester Abfahrtssieger der Weltcup-Geschichte ist. Die Chancen auf seinen dritten Abfahrtssieg auf der Saslong hatten sich schon vor dem Start deutlich verringert gehabt. Walchhofer sah nämlich auf einem Bildschirm im Startbereich den fürchterlichen Sturz des Franzosen David Poisson über die Kamelbuckeln.

"Das war kein guter Schachzug. Da hab ich mir gedacht: 'Okay, die Entscheidung, mit Saisonende aufzuhören passt schon'. Ein Wunder, dass er den Sturz so gut überstanden hat", so Walchhofer, der aber schon in Bormio (29.12.) wieder voll angreifen möchte: "Es gibt noch einige gute Möglichkeiten für mich in dieser Saison, da werde ich schon die eine oder andere nützen."

Kröll fuhr um 0,01 Sekunden am Stockerl vorbei, fand jedoch schnell Trost. "Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Ski laufen gewaltig, die nächsten Aufgaben können kommen", resümierte der Steirer.

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