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Berthold darf zufrieden zwischenbilanzieren © APA (Hochmuth)

Trotz der mageren Ausbeute am Sonntag im Alta-Badia-Riesentorlauf haben Österreichs Ski-Herren bisher einen guten WM-Winter

Trotz der mageren Ausbeute am Sonntag im Alta-Badia-Riesentorlauf haben Österreichs Ski-Herren bisher einen guten WM-Winter abgeliefert. In den zehn vorweihnachtlichen Rennen fuhren Michael Walchhofer und Co. vier Siege und insgesamt neun Podestplätze ein. "Man darf zufrieden sein, das war größtenteils nach meinem Geschmack", meinte der neue ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold.

"Dort wo es gut läuft, wollen wir das Momentum mitnehmen und dranbleiben. Wo es nicht so gut läuft, wollen wir uns nach oben arbeiten. Wir werden uns weiter den Hintern aufreißen", sagte der Vorarlberger. Egal ob nach Siegen oder aber nach Rennen wie in Alta Badia - Berthold versucht stets, die Dinge realistisch zu sehen. "Wir wollen immer geerdet und in der Mitte bleiben.

Deshalb war Alta Badia, wo Stephan Görgl als Bester Rang neun belegte, auch kein Dämpfer zur rechten Zeit. "Wir dämpfen uns immer selbst ein, wir brauchen nicht durch schlechte Rennen gedämpft werden", so Berthold, der weiß, dass der wirkliche Erfolg der Saison von WM-Medaillen und Kristallkugeln abhängen wird.

Vor einem Jahr waren die Herren nämlich zu Weihnachten ebenfalls gut dagestanden. Fünf Siege und 13 Podestränge hatte es damals nach 14 Bewerben zu notieren gegeben. Zudem führte man mit Ausnahme der Abfahrt in sämtlichen Weltcup-Wertungen. Es folgten jedoch medaillenlose Olympische Winterspiele sowie ein Weltcup-Finale, bei dem eine Kristallkugel nach der anderen knapp verloren ging. Unterm Strich wurde die Saison dann als klassischer Flop angesehen.

Um das zu vermeiden, lässt Berthold seine guten Kontakte zum WM-Gastgeberland Deutschland spielen. Der Ex-Erfolgscoach der deutschen Damen hat nämlich eine deutsch-österreichische Trainingsgemeinschaft ausgehandelt, dank der die ÖSV-Abfahrer Anfang Jänner auf der WM-Strecke in Garmisch-Partenkirchen trainieren dürfen. "Wir arbeiten mit vielen Nationen zusammen, das ist ein Geben und Nehmen. Für uns könnte das natürlich ein Vorteil sein", meinte Berthold, der den deutschen Alpindirektor Wolfgang Maier zu seinen besten Freunden zählt.

Im Gesamt-Weltcup ist das Feld heuer dicht beisammen. Den Führenden Ted Ligety, der US-Amerikaner hat alle drei bisherigen Riesentorläufe gewonnen, und den Neunten Marcel Hirscher trennen gerade einmal 108 Punkte. Als Anwärter auf die Große Kristallkugel sieht sich Ligety auch nach seinem Alta-Badia-Triumph nicht: "Das ist kein Thema, dafür werden mir die Punkte aus den Speed-Bewerben fehlen. Ich würde nicht auf mich wetten."

Dafür darf man in diesem Winter wieder Österreichs Abfahrer auf der Rechnung haben. Mit Walchhofer, Romed Baumann, der bisher die positive ÖSV-Überraschung der Saison ist, und dem seit Mittwoch einmal mehr angeschlagenen Mario Scheiber fuhren bereits drei ÖSV-Läufer aufs Podest. Walchhofers Sieg in Lake Louise war der erste eines heimischen Abfahrers nach 630 Tagen. Klaus Kröll mischt ebenfalls stets mitten in der Abfahrts-Weltspitze mit.

Der Super-G ist statistisch gesehen die stärkste Disziplin der ÖSV-ler, dank Georg Streitberger (Beaver Creek) und Walchhofer (Gröden) wurden zwei der drei bisherigen Bewerbe gewonnen. Das Duo führt auch die Disziplinen-Wertung an.

Keine allzu großen Sorgen muss sich Berthold auch im Slalom machen. Nach dem verpatzten Auftakt in Levi sorgten in Val d'Isere Hirscher und Raich für einen Doppelsieg. Dabei sind die Spezialisten Reinfried Herbst, Manfred Pranger und Mario Matt noch gar nicht in Form.

Der Riesentorlauf ist ein wenig das Sorgenkind der Österreicher, Hirscher sorgte als Beaver-Creek-Dritter fürs bis dato einzige Top-Drei-Ergebnis. "Wir müssen aufpassen, dass der Riesentorlauf-Zug nicht ohne uns abfährt. Die Dichte fehlt irgendwie", warnte Berthold.

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