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Marlies Schild geht mit klarem Kopf in den Slalom © APA (epa)

Im letzten Rennen vor dem Christkind fahren die Alpinski-Damen am Dienstag in Courchevel um ein schönes Weihnachtsgeld. Die

Im letzten Rennen vor dem Christkind fahren die Alpinski-Damen am Dienstag in Courchevel um ein schönes Weihnachtsgeld. Die französische Skistation kehrt nach 31 Jahren in den Weltcup zurück und hat sich deshalb rund um den Slalom (10.00/13.00 Uhr) einiges einfallen lassen. Im dritten Saisonslalom geht es aber auch sportlich um viel.

Marlies Schild möchte ihr Blitz-K.o. von Aspen vergessen machen, die nur durch drei Punkte getrennten Lindsey Vonn und Maria Riesch kämpfen um die Weltcup-Gesamtführung. Nachdem Elisabeth Görgl auf dem Spezialslalom in Frankreich verzichtet, tritt Österreich nur mit einer Mini-Mannschaft an. Zwei Tage nachdem alleine in der Superkombination von Val d'Isere fünf ÖSV-Damen in die Top-10 fuhren, gehen mit Marlies und Bernadette Schild, Kathrin Zettel, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser und Alexandra Daum lediglich sechs ÖSV-Damen an den Slalomstart.

Österreichs größte Sieg-Hoffnung heißt natürlich Marlies Schild, auch wenn deren bisherige Saison eine Achterbahnfahrt war. Auf den Sieg in Levi, wo sie die überlegen führende Riesch noch abfing, folgte das "Hoppala" in Aspen, wo sie schon beim ersten Tor einfädelte. "Das Missgeschick ist abgehakt", gab Schild Entwarnung. "Ich habe ein gutes Gefühl und die Form stimmt", zeigte die Salzburger Slalomkönigin Zuversicht.

Schild hofft zudem, dass es für sie nun hinsichtlich der WM so richtig zu laufen beginnt. Zwar startet sie mittlerweile auch wieder im Riesentorlauf, der Slalom ist für die 22-fache Disziplinen-Siegerin aber natürlich die Hauptspielwiese. Mit Semmering, Zagreb und Flachau folgen zudem in den kommenden drei Wochen die hochkarätigsten Slaloms der Saison. "Mit dem Rennen hier und am Semmering hoffe ich, in einen richtigen Rhythmus zu kommen", bekräftigte Schild und ergänzte: "Die Favoritenrolle mag ich gerne. Aber es gibt hier einige, die vorne mitfahren können."

Dazu könnte neben der Olympiasiegerin und frischgebackenen deutschen Sportlerin des Jahres, Riesch, sowie den "üblichen Verdächtigen" auch Hosp und Kirchgasser zählen. Der Tirolerin Hosp gelang in Val d'Isere ein beeindruckendes Speed-Comeback, in den technischen Bewerben ist "Niki" aber noch stärker, was die fünften Plätze in Levi und Aspen beweisen.

Kirchgasser tankte mit Laufbestzeit im Kombislalom Motivation. "Ich weiß, dass ich im Slalom echt super drauf bin, und das möchte ich in Courchevel nun zweimal zeigen. Dann stehen schöne Weihnachten vor der Tür", sagte die Salzburgerin.

Mit Spannung blickt man dem ersten Slalom-Auftritt von Katrin Zettel entgegen. Die Niederösterreicherin bestreitet wegen ihrer Hüftprobleme ein sehr reduziertes Rennprogramm. Courchevel ist nach den beiden Riesentorläufen in Sölden und St. Moritz ihr erst drittes Saisonrennen und ihr erster Slalom überhaupt. "Ich bin aber zufrieden, wir haben uns super auf das Rennen vorbereitet", zeigte die 24-Jährige Zuversicht. "Ich bin jedenfalls bereit, mir selber ein schönes Weihnachtsgeschenk zu machen!"

Der anspruchsvolle Slalom in Frankreich könnte der Supertechnikerin aus Göstling sehr entgegenkommen. "Ich habe nach meiner Pause zuletzt vor allem Slalom trainiert und bin dabei, in den Rennrhythmus zu finden", erklärte Zettel, die offenbar stark drauf ist. Denn: "Zuversichtlich macht mich, dass ich in Griffweite zu Marlies bin."

Die Veranstalter in Courchevel haben sich bei ihrer Rückkehr in den Kalender - das bisher letzte und einzige Rennen, einen Riesentorlauf, gewann 1979 Ingemar Stenmark - sehr viel Mühe gegeben. So wurden in das Slalomstadion 1,5 Mio. Euro investiert. Die 100.000 Euro Preisgeld werden zudem so aufgeteilt, dass die Siegerin mit 40.000 Euro - wie in München - das zweithöchste Saison-Preisgeld nach Zagreb kassiert. Zudem ist die Skistation eine Augenweide. "Ich bin zum ersten Mal hier. Aber wenn ich mal auf Skiurlaub fahren würde, ginge es wahrscheinlich hierher", sagte Schild.

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