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Der ehemalige FIFA-Boss Joseph S. Blatter fordert die Aufhebung seiner Sperre
"Es war keine Entscheidung, um Geld zu verdienen" © APA (epa)

Joseph Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, hat in seiner Jahresbilanz die Vergabe der WM-Turniere 2018 an

Joseph Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, hat in seiner Jahresbilanz die Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar neuerlich verteidigt. "Die Weltmeisterschaft wird neue Kulturen und neue Regionen entdecken, darüber kann ich mich nur freuen", sagte der Schweizer in einem Interview auf der FIFA-Homepage www.fifa.com.

Der Weltverband habe hinsichtlich der Geopolitik des Sports historische Entscheidungen getroffen, der Weltmeisterschaft neue Territorien erschlossen. Aber vor allem der Zuschlag an das kleine Land am Persischen Golf hatte Kritik nach sich gezogen, weil im Sommer dort extrem hohe Temperaturen herrschen. Blatter hat darauf reagiert und im Sinne der Spieler und Zuschauer eine Verlegung in die Wintermonate nicht ausgeschlossen.

Man müsse die Entwicklung des Fußballs und der FIFA verfolgen, um diese Wahl zu verstehen. "Das geschah nicht von heute auf morgen. Das begann bereits bei meinem Vorgänger Joao Havelange und seiner Forderung, aus dem Fußball einen universellen Sport zu machen", meinte Blatter, unter dessen Amtszeit (ab 8. Juni 1998) die Endrunde 2002 nach Asien (Südkorea/Japan) und 2010 an Afrika (Südafrika) vergeben wurde.

Deshalb sei es normal, dass man weiterhin in neue Gebiete gehe, sagte der achte FIFA-Präsident, der Verständnis für die "Wahlverlierer" 2010 wie England, Australien usw., nicht aber für die mediale Kritiken hat. "Sportmedien erfassen nicht immer die ganze soziale oder kulturelle Bedeutung, die die WM-Vergabe beinhaltet. Sie denken an Elfmeter, Eckbälle, Schiedsrichter oder an Geld. Doch ich bekräftige, was ich bereits sagte: Es war keine Entscheidung, um Geld zu verdienen."

In seiner Jahresbilanz durfte natürlich auch nicht die erste Endrunde auf afrikanischem Boden fehlen. "2010 war ein Jahr der Verwirklichung, hat sich etwas Historisches ereignet, das alles übersteigt. Die Resonanz auf der ganzen Welt war phänomenal. Auf die ökonomischen Auswirkungen dieses Turniers kann nicht of genug hingewiesen werden", meinte der 74-Jährige.

Der FIFA-Boss hatte auch eine Botschaft für das kommende Jahr parat: "Der Fußball ist mehr als ein Spiel, einverstanden, aber er bleibt dennoch ein Spiel. Wir müssen aus den positiven Werten des Fußballs Nutzen ziehen, doch vor allem müssen wir das Leben genießen."

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