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Das zum 3.Mal gekrönte Haupt der Salzburgerin © APA (epa)

Ob sie sich unschlagbar fühle, ob sie sich langsam selbst unheimlich werde und ob ihr klar sei, dass sie nun nach jedem Sieg auf

Ob sie sich unschlagbar fühle, ob sie sich langsam selbst unheimlich werde und ob ihr klar sei, dass sie nun nach jedem Sieg auf Vreni Schneider angesprochen werden wird? Marlies Schild hat nach ihrem vierten Saisonerfolg im Slalom am Dienstag in Zagreb alle Fragen genauso professionell beantwortet, wie sie zuvor dem Nebel und der eisigen Piste auf dem Sljeme die Schneid abgekauft hatte.

Bis zum Erreichen des Rekordes der Schweizerin wird es vielleicht noch ein paar Jahre dauern, das große Ziel WM-Gold liegt da für die Salzburgerin schon viel näher. Bereits 27 Weltcuprennen hat Schild gewonnen, 25 davon im Slalom. Ihre stärkste Saison war bisher jene 2006/2007, als die Saalfeldnerin acht Mal Erste wurde (sieben Mal in Slalom, ein Mal in der Super-Kombination). Wäre im Oktober 2008 der Trainingsunfall mit Trümmerbruch sowie Bruch des Schienbeinkopfes im linken Unterschenkel nicht passiert und Schild nicht zu einer einjährigen Rennpause gezwungen gewesen, wäre die Schneider-Bestleistung von 34 Slalomsiegen vielleicht schon geknackt.

Doch mit Was-wäre-wenn-Spielchen lässt sich nichts anfangen, und der Blick auf die Realität ist sowieso auch ein erfreulicher. "Als kleines Kind habe ich auf Vreni geschaut, sie war eine klasse Skifahrerin und ein Wahnsinn. Neun Siege fehlen noch auf sie, das ist viel. Aber ich bin schon zufrieden mit dem, was ich erreicht habe", sagte Schild, die es als Anerkennung sieht, mit Schneider verglichen zu werden. Heuer gehe sich der Rekord jedenfalls nicht mehr aus, und ob generell, das könne sie nicht sagen. "Wie lange ich noch weitermache? Ich sage nichts zu diesem Thema."

Drei Siege auf dem Zagreber Bärenberg und damit drei Kronen als "Snow Queen" hat noch keine Rennläuferin erreicht. Der Kurs bietet steile und flache Passagen und fordert die Damen mit Laufzeiten von über einer Minute. "Ich mag das. Du musst im Sommer trainieren, dann hast du genug Energie, das zu fahren. Hier herunter musst du arbeiten und alles fahren können, das ist das Gute daran", meinte Schild.

Auch bei vier Siegen in fünf Rennen bleibt die Lebensgefährtin von Benjamin Raich demütig. Unschlagbar fühle sie sich deshalb nicht. "Wenn du denkst, dass du unschlagbar bist, dann beginnst du, schlagbar zu sein." Davon, dass sie sich ob der Erfolgsserie langsam selbst unheimlich werde, sei sie ebenfalls weit entfernt. "Es gehört auch viel Glück dazu, dass alles so funktioniert. Aber ich weiß, dass ich es drauf habe, deshalb werde ich mir auch nicht unheimlich."

Von einer unschlagbaren Österreicherin will auch die Deutsche Maria Riesch nichts hören: "Also nicht zu schlagen, hört sich immer ein bisserl hart an. Es ist einfach nicht wahr. Es muss einfach alles passen für mich und dann kann ich sie schlagen. Ich war heute im zweiten Durchgang immerhin eine Hundertstel schneller, am Semmering im zweiten zwei Sekunden schneller. Also sie ist schon zu schlagen, aber ich brauche einfach mal zwei gute Läufe", weiß die Garmisch-Partenkirchnerin.

Während Riesch die Speedrennen in Zauchensee bestreiten wird, ist das nächste Ziel von Schild der Nachtslalom am kommenden Dienstag in Flachau, den sie im Vorjahr vor der Deutschen und damit auch ihrer aktuell größten Konkurrentin gewonnen hat. "Fast mein Heimrennen. Das heißt viel Druck, aber auch viel Spaß. Und ich mag Nachtrennen, da kannst du in der Früh lange schlafen und hast keinen Stress." Im Februar will sie in Garmisch-Partenkirchen den Traum von WM-Gold verwirklichen. "Vielleicht funktioniert es, das wäre großartig. Ich bin ich guter Form und zuversichtlich."

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